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 Mein germanischer Glaube 
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Registriert: Fr 11. Sep 2015, 17:52
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Wenn man an das germanische Pantheon denkt, erscheinen in den meisten Fällen erst einmal Odin, Frigg, Thor, Baldur, Idun, Loki, Forsetti, Tyr, Hel usw.

Für mich sind das seit frühester Jugend an die Repräsentanten der germanischen "Religion". Jedoch ist Yggdrasil diejenige an die ich "gaube".

Denn was gibt es schöneres als "an den großen Baum mit den vielen Blättern daran" zu glauben bzw. zu denken? Ein Baum repräsentiert den Jahreskreislauf und damit das Leben und Sterben am Deutlchsten.

Im Frühjahr treibt jeder Baum Blätter und Knospen aus, welche die Kinder (= die nachfolgende Generation) darstellen. Während des Sommers werden diese stark und bilden Samen aus. Im Herbst fallen alle Blätter herab (= sterben). Das Laub wiederum bildet Nahrung für die nachfolgende Generation im Frühjahr.

Ich sehe also mich und jeden Menschen als Blatt an diesem Baum, Yggdrasil genannt. In unseren Kindern leben wir weiter. Allerdings gehört dazu meiner Ansicht nach, ein sehr starkes Gefühl für die Ahnen - für die "roots", denn ein wurzelloser Baum fällt.

Ein "Alternativglaube" könnten hier auch die vielen Fische im Ozean sein.

Wie denkt Ihr darüber?

_________________
Kom allfader Odin
Kom moder min Frigg
Kom vise vanar
Kom utgamle thursar

www.zona-de-galgos.de/


Mi 18. Jan 2017, 01:30
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Das mit den Fischen im Ozean kann ich nicht so folgen. Kannst du das mal näher erläutern? Hat das auch einen germanisch-religiösen Ansatz oder hast du das einfach so als Alternative aufgeführt? (Mit Fischen würd ich jetzt erst mal das Christentum assoziieren)

Ansonsten finde ich deine Sichtweise zu Yggdrasil sehr schön. Allerdings seh ich es etwas anders mit den Kindern. Für mich sind die Kinder eher die neuen Bäume, die aus dem Samen enstehen. Wenn die Blätter und Knospen eines Jahres alles Kinder einer Generation wären, wäre das unnatürlich viel. Es sei denn, man sieht den Baum als Repräsentation aller germanischen Stämme. Dann könnte es wieder passen. :-D Die Äste=Stämme und die Blätter/Blüten=Nachfahren innerhalb dieser Stämme. Also zumindest auf Yggdrasil bezogen.
Oder wieder andersherum, jeder neue Baum (Baumstamm) bezieht sich auf einen Völkerstamm. Und die Äste und Blätter davon wären dann die Familien mit ihrem Nachwuchs innerhalb dieses Stammes.

Man könnte einen Baum auch als eine Person bzw deren Seele betrachten. Die Blätter im Frühling/Sommer wären dann das Heranwachsen und Aufblühen dieser Person, die Vitalität, die Reife, die Früchte die Taten usw. Herbst dann das Altern und Winter der Tod. Aus dem Laub wird der Baum dann neu beseelt und es entstehen wieder neue, sehr ähnliche Blätter und Blüten. Das wäre dann wie eine Wiedergeburt und man könnte es als Repräsentation des Reinkarnationszykluses sehen.

Auf der anderen Seite gibt es auch Bäume die Immergrün sind wie die Tannen. Da entfallen solche Analogien wie oben. Tannen könnten für die Unsterblichkeit und ewige Jugend stehen, die ebenfalls möglich ist.

Ansonsten: Für mich hat germanischer Glauben in erster Linie mit den Göttern und den Ahnen zu tun. Familie und Sippschaft wird noch groß geschrieben. Yggdrasil find ich aber faszinierend. (Und ist eine Esche, gell? Die Weltenesche...)

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"Wie oben - so unten, wie unten - so oben. Wie innen - so außen, wie außen - so innen. Wie im Großen - so im Kleinen."


Mo 17. Apr 2017, 12:34
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Hallo sum,

So wie Du deinen es germanischen glauben erklärst, das gefällt mir. ich kann nur mit der von dir erwähnten germanischen götterwelt nichts anfangen. Mir sind die zu kriegerisch und zu intolerant.
Deine Vorstellung wir sind alle Blätter der einen weltenesche, bzw. Fische in dem einen Ozean kann ich nachvollziehen.
Wobei sich die Blätter keinesfalls ständig gegenseitig fressen. ;)

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Die ewig unentwegten und naiven verstehen freilich unsre Zweifel nicht, flach sei die Welt erklären sie uns schlicht und faselei die sage von den Tiefen ( hermann hesss, das Glasperlenspiel)


Sa 20. Mai 2017, 05:50
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Hi Glasperlenspielerin,

also ich kann verstehen, dass dir die germanischen Götter zu kriegerisch erscheinen - aber "intolerant" bringt mich jetzt ins Grübeln.
Wie bist du zu dieser Beschreibung gelangt?


Hi Sumviavisara,

ich finde deine Beschreibung sehr spannend :)
Ich weiß zwar nicht ganz, ob ich verstehe, was du sagen möchtest, aber ich mag die Idee vom Weltenbaum generell irgendwie. Idee klingt jetzt falsch, aber mir fällt kein besseres Wort ein.
Wenn ich mich recht entsinne, gibt es eine ganze Menge Kulturen mit indoeuropäischen Wurzeln, die das Konzept eines Weltenbaums kennen, und ich finde, das spricht irgendwie für seine Verbreitung.
Allerdings habe ich noch keine tatsächlichen Erfahrungen mit dem Weltenbaum gemacht und kann daher auch nicht wirklich mitreden.

Liebe Grüße,
Absol


Sa 20. Mai 2017, 07:17
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Intolerant, weil sie sofort bekämpfen was ihnen nichtbin den Kram passt, somit hat für mich kriegerisch was mit Intoleranz zu tun.
Ja klar Dialog ist anstrengender als drauf hauen, manchmal vielleicht auch nicht so effektiv.
kommt wieder drauf an was genau man unter Effizienz versteht.

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Sa 20. Mai 2017, 07:28
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Hi Glasperlenspielerin,

ich muss gestehen, das verstehe ich nicht.
Korrigier mich, wenn ich falsch liege, aber bestehen nicht die meisten Göttermythologien auch aus Kriegen und Kämpfen?
Ich kenne kaum Mythologien, in denen sich die Götter zusammensetzen und hübsch ausdiskutieren, was ihnen gerade nicht passt. Ich befürchte, heidnische Göttermythen sind selten friedlich und, ähm, "tolerant", wie du es ausdrückst.

Liebe Grüße,
Absol


Sa 20. Mai 2017, 19:50
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Naja die Griechischen götter beraten in den olympischen Hallen bevor sie sich,gegenseitig die Köpfe einschlagen. Natürlich kämpfen die mitunter auch aber nicht dauernd und nicht als höchste Tugend.
Was die in Asgard machen ist mir auch relativ egal.problematisch wird das für mich,wenn ihre Anhänger diese "hohen Tugenden" in Midgard auszuleben beginnen und dialogbereitschaft und Toleranz zu Schimpfwörtern werden.

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Sa 20. Mai 2017, 20:42
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Hi Glasperlenspielerin,

ähm, bist du dir da ganz sicher? Vielleicht lohnt es sich, vorher noch einmal das Mythenmaterial durchzugehen, denn wenn ich mich recht entsinne, diskutiert z.B. Diana mit niemandem, als sie Aktaion umbringt, und ich weiß auch nicht wirklich, ob eine nette Diskussion die Entmannung Uranos' angenehmer macht. Versteh mich nicht falsch, aber auch die griechischen und römischen Götter halten nicht viel vom hübsch Herumdiskutieren, bevor sie auf den Putz hauen.
Ich persönlich bin der Meinung, dass das germanische Pantheon nicht viel kriegerischer ist das als anderer Kulturen mit indoeuropäischen Wurzeln, und kann das Prädikat "intolerant" nicht teilen. (Und was das Kriegerische betrifft, so ist der Táin bó Cuailnge beispielsweise weitaus blutiger.)
Ich will keineswegs bestreiten, dass das germanische Pantheon kerniger und rauher ist als die geschönte Darstellung des römisch-griechischen Pantheons aus dem Lateinunterricht, aber umgekehrt haben gerade kriegerische Götter oft die interessantesten Lektionen, da wir sie heute in unserer sterilen Gesellschaft belächeln oder gar verachten. Wer in Sicherheit und Wohlstand fernab von Krieg und Not lebt, kann viel von den kriegerischen Göttern lernen, die noch wissen, wie es ist, wenn man tatsächlich für etwas kämpfen muss. Sie fackeln nicht lange, dulden keine Faxen und schönigen rein gar nichts.
Vielleicht wäre es ja doch ein wenig Beschäftigung wert?

Vielleicht sind es ja auch nur meine persönlichen Erfahrungen, aber die Asatruarmenn, die ich kenne, sind sehr umgängliche und "dialogbereite" Menschen.
Ich kenne einen, der eine niedrige Toleranzgrenze für Scheisse hat (umgangssprachlich), aber das ist, so vermute ich, berechtigt.
Wie waren denn deine Erfahrungen mit Asatru-Anhängern bis jetzt?

Liebe Grüße,
Absol


Sa 20. Mai 2017, 21:30
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Hexe
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Gut dann bleiben wir bei der umgangssprache. Meine toleranzgrenze für scheisse wird auch immer niedriger. Kommt jetzt drauf an, was man als scheisse bezeichnet. Ich bezeichne Intoleranz und mangelnde dialogbereitschaft als scheisse.
Ja ich verachte diese nicht zum Dialog fähigen götter. Ich treffe ständig auf Menschen, die diese "Philosophie" in die Praxis umzusetzen versuchen. Als " unwertes" leben( ich bin körperbehindert) muß ich mir mein recht ums nackte überleben täglich erkämpfen. Im Gespräch merke ich dann doch meist, dass diese Leute sich nicht im entferntesten vorstellen können, was es heißt täglich blöd angemacht zu werden und trotzdem weiter zu kämpfen.

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Sa 20. Mai 2017, 22:51
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Hi Glasperlenspielerin,

da geht es mir übrigens genauso :)
Aber ich glaube, hier sollten wir kurz etwas ganz wichtiges unterscheiden, nämlich dialogunfähige Menschen und dialogunfähige Götter. Ich kann durchaus einsehen, dass es ein paar sehr von sich eingenommene Asatru-Anhänger gibt, aber die Götter kenne ich keineswegs als "nicht dialogbereit".
Es stimmt schon, dass sie aus einer Kultur stammen, die sehr hart mit Behinderung umging - aber das war in Griechenland und Rom nicht anders. Wenn nicht der Tod auf Blinde wartete, wurden sie zur Prostitution gezwungen (und das nur als Beispiel).
Trotzdem haben meiner Erfahrung nach weder griechische noch römische noch germanische Götter etwas gegen Behinderung. Tyr und Odin sind selbst körperbehindert (Tyr fehlt ein Arm, Odin ein Auge) und Hödur ist sogar ganz blind.
Außerdem entwickeln sich Götter genauso mit der Zeit wie Menschen. Wer heute als Hexe zu Kriegsgöttern betet, wird schnell merken, dass sie heutzutage keine Köpfe oder Feindesblut als Opfergaben verlangen, sondern "normale" Sachen wie eine mutige Tat oder ein regelmäßiges Kampfsport-Training.
An den Göttern liegt es also mit Sicherheit nicht ;)

Dass Menschen sehr intolerant sein können, klar, und das ist wirklich doof. Ich bin bisher noch keinem Asatru-Anhänger begegnet, der etwas gegen Körperbehinderung hatte (ansonsten hätten er/sie und ich nämlich ein Problem miteinander bekommen). Das sind Säcke und schöner kann man's nicht sagen.
Aber wie kommt es denn, dass du solche Menschen "ständig" triffst?

Liebe Grüße,
Absol


So 21. Mai 2017, 19:53
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