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 Christliche Bräuche, die eigentlich heidnisch sind 
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Magierin
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Das ist wirklich unglaublich wie sehr die Christen die Feiertage an den heidnischen angelehnt haben. Klar so bekehrt man halt auch am besten. Im Film die neben von avalon sagte igraine ja auch das es so einfach ist das zu akzeptieren und man vorallen in der heiligen maria die große mitter gesehen hatte.

Vor Echnaton ist es schon im zoroastrischen reich so gewesen, dass es einen Gott gab ( Ahura mazda ) aber ebenso auch einen Teufel ( nariman). In der Religion sind die leitsätze: gute Taten, gutes sprechen und gutes denken. Und das jeder den Teufel in sich tragen kann und durch schlechte Taten eine Reihe von schlechtem ausgelöst werden kann. Quasi dadurch das man, dass anzieht. Es gibt natürlich auch viele andere wesenheiten etc in der Mythologie aber vorallen geht es um gut und böse.

Die jüngste weltreligion die Bahai Religion akzeptiert die polytheistischen Religionen übrigens. So wurde dort offenbart, dass die Religion voranschreitet dem Zeitalter entsprechend und man damals an viele Götter glaubte, da der Mensch zu dem Zeitpunkt es kaum anders fassen konnte einem Gott alles zuzuweisen. So glauben die aber auch das der Kern jeder der Religionen gleich ist und aus der selben göttlichen Quelle kam. Statt wie in vielen Religionen die anderen dann zu verurteilen. Ein sehr friedlicher Ansatz.

Nourouz ist ja nicht nur Religionsübergreifend in den östlichen Ländern sondern auch ein alter brauch. Die Bräuche gehen teils auch auf zoroastrische riten zurück ( ist ja auch eine Naturreligion gewesen ). Auch die magische Zahl 7 hat im fest eine bedeutung durch das haft sin. Und um Schutz, liebe und den Frühling einzulassen gibt es vorher einen großen frühjahrsputz. Es wird ursprünglich auch ein großes Feuer entzündet. Meine Mutter sagte das man sogar über Feuer gesprungen ist.
Und ich erinnere mich daran, dass es wie im Christentum der Weihnachtsmann da auch einen man gibt der sich verkleidet und das Gesicht anmalt. Habe ich selbst auch mal bei einem fest gesehen. Habe aber allerdings vergessen wofür er steht. Da müsste ich mal meine Mutter fragen.

Man sieht also auch das sich viele bräuche auch in verschiedenen Religionen kontinentenweit ähneln.


Ist das koljada fest das was in dem Film the wicker man gezeigt wird ? Fand ich immer sehr interessant, als ich den Film gesehen habe.

Nach deiner Empfehlung die Enzyklopädie der Märchen muss ich auch mal schauen, da sowas ja schon immer ein großen Interesse war. Danke dafür :)


Mo 17. Dez 2018, 09:06
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Danke für deine detaillierten Ausführungen, Hex-hex! Einiges davon wußte ich nicht. Bei ein paar Sachen möchte ich dich aber korrigieren.

Hex-hex! hat geschrieben:
Das Christentum ist eine Weiterentwicklung von diesem monotheistischen Gedanken, der ja in Ägypten mit dem Tode Echnatons keinesfalls gestorben ist. Man erinnere sich, die Jüden waren eigentlich Ägypter, die lediglich eine kleinere Gemeinschaft mit einer ANDEREN Religion war. Sie wanderten aus, um einen ort zu finden, wo sie ihrer Religion wegen nicht verfolgt werden. Diesen haben sie sich dann in Palästina erkämpft.


Dass die Juden eigentlich Ägypter waren, kann ich so nicht stehen lassen. Sie haben zwar eine Zeit lang in Ägypten gelebt, aber ihre Wurzeln liegen laut Tora und gängiger Geschichtsschreibung tatsächlich im Raum Palästina bzw. dem heutigen Israel. Damals noch Kanaan. Zitat aus wikipedia:

"Die Geschichte der Juden beginnt nach den Erzählungen der Tora (hebräisch תּוֹרָה, „Weisung“), den fünf Büchern Mose, mit dem Bund, den Gott mit Abraham schließt (Gen 12 LUT). Die jüdische Tradition sieht Abraham als den Begründer des Monotheismus, des Glaubens an einen einzigen, unsichtbaren Gott. Diesen Bund setze Gott mit Abrahams Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob fort, der seit dem Ringkampf am östlichen Ufer des Flusses Jabbok (Gen 32 LUT) Jisrael genannt wurde. Jakob hatte zwölf Söhne, die als Stammväter der Zwölf Stämme Israels (Israeliten) gelten. Diese ziehen von Kanaan, dem heutigen Palästina bzw. Israel nach Ägypten, wo ihre Nachfahren vom Pharao versklavt werden. Aus dieser Sklaverei werden die von Mosche (Moses) angeführten Hebräer durch Gott befreit, der ihnen am Berg Sinai die schriftliche und mündliche Tora offenbart."

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden#Geschichte_des_j%FCdischen_Volkes_in_biblischen_Zeiten

"Als Erzväter der Juden gelten Abraham, Isaak und Jakob, die westsemitische Nomadenstämme anführten, die an unbekanntem Ort zwischen dem Mittelmeer und Mesopotamien lebten. Historische Belege für ihre Existenz gibt es nicht. Sie lebten wahrscheinlich während der Zeit der Sesshaftwerdung der Nomaden zu Beginn der Bronzezeit, also zwischen 1900 und 1500 v. Chr."

https://de.wikipedia.org/wiki/Juden#Entstehung_des_Judentums

Das Englische wiki ist - wie so oft - etwas ausführlicher:

"According to the Hebrew Bible, Jews descend from the ancient people of Israel who settled in the land of Canaan between the eastern coast of the Mediterranean Sea and the Jordan River. The Hebrew Bible refers to the "Children of Israel" as Israelite descendants of a common ancestor Jacob.[3] It also suggests that the nomadic travels of the Hebrews centered on Hebron in the first centuries of the second millennium BCE, leading to the establishment of the Cave of the Patriarchs as their burial site in Hebron. The Children of Israel, in this account, consisted of twelve tribes, each descended from one of Jacob's twelve sons, Reuven, Shimon, Levi, Yehuda, Yissachar, Zevulun, Dan, Gad, Naftali, Asher, Yosef, and Benyamin."

https://en.wikipedia.org/wiki/Jewish_history#Ancient_Jewish_history_(c._1500_BCE_-_63_BCE)

Es gibt für die Ägyptenzeit wohl auch keinerlei akademische oder archäologisch Beweise. Aus dem gleichen Link:

"However, archaeology reveals a different story of the origins of the Jewish people: they did not necessarily leave the Levant. The archaeological evidence of the largely indigenous origins of Israel in Canaan, not Egypt, is "overwhelming" and leaves "no room for an Exodus from Egypt or a 40-year pilgrimage through the Sinai wilderness".[5] Many archaeologists have abandoned the archaeological investigation of Moses and the Exodus as "a fruitless pursuit".[5] A century of research by archaeologists and Egyptologists has arguably found no evidence that can be directly related to the Exodus narrative of an Egyptian captivity and the escape and travels through the wilderness, leading to the suggestion that Iron Age Israel—the kingdoms of Judah and Israel—has its origins in Canaan, not in Egypt:[6][7] "

Dass du schriebst, die Juden waren lediglich "eine kleinere Gemeinschaft mit einer ANDEREN Religion" kann man so dann ebenfalls nicht stehen lassen. Sie sahen und sehen sich auch als ein eigenständiges ethnisches Volk, eben die 12 Stämme Israels. Durchaus nachvollziehbar anhand der obigen Links bzw. Zitate. Wobei dieses Volk heutzutage nicht unbedingt einheitlich sein muss - es gibt ja Khazaren, Sepharden, usw. Fakt ist jedenfalls, dass es Juden gibt und man Jude sein kann, ohne den jüdischen Glauben zu praktizieren. Genauso kann man aber auch als Jude gelten, wenn man völkisch gesehen nicht zum Judentum gehört, dafür aber zur jüdischen Religion konvertiert: "Laut Halacha, den jüdischen Religionsvorschriften, gilt eine Person als jüdisch, wenn sie eine jüdische Mutter hat, unabhängig davon, ob oder wie sehr sie die jüdischen Glaubensvorschriften befolgt oder nicht. Dabei ist Bedingung, dass die Mutter bei der Empfängnis Jüdin nach der Halacha war. Außerdem gilt als Jude, wer formell die Konversion zum Judentum (gijur) vollzogen hat. Glaube an die jüdische Religion reicht nicht aus."

https://de.wikipedia.org/wiki/Juden#Begriff_in_der_j%FCdischen_Tradition

Zitat:
Ebenfalls haben die Slaven das Fest der Sommersonnenwende :d_sunny: beibehalten, auch wenn in einer etwas abgewandelten Form. Dort heißt es "Das Ivan-Kupala-Fest". Ein lustiges Fest, das kann ich euch sagen. Eine Nacht der freien Liebe, wo jeder mit jedem darf :biggrin:


Sprichst du da jetzt etwa aus Erfahrung? :biggrin: Ich hab mal etwas recherchiert, bekannter ist es unter dem Begriff "Iwan-Kupala-Tag" (https://de.wikipedia.org/wiki/Iwan-Kupala-Tag). Kann man also davon ausgehen, Hex-hex, dass in Textpassagen wie diesen hier (Quelle: https://www.dreizackreisen.de/perejaslaw-chmelnizki-pereyaslav-chmelnyckyj-dnjepr-kosaken-ukraine) "Ein besonderes Ereignis im Sommer ist das Ivan Kupala Fest, das auch in Perejaslaw- Chmelnizki begangen wird. Am Gedenktag zu Ehren Johannes des Täufers versammeln sich die Menschen auf Wiesen und am Ufer des Dnjepr, in traditionellen Trachten und mit gebundenen Blumenkränzen im Haar, und frönen teils dem christlichen Gebet, teils alten heidnischen Riten und Gebräuchen aus vorchristlicher Zeit. Dieses Fest ist in seiner Farbenpracht, der Fülle an Gesängen und der Lebensfreude der Menschen ein beeindruckendes Ereignis für jeden westlichen Touristen."
verklausuliert noch tiefergehendes steckt? :mrgreen: Ich könnte mir aber vorstellen, dass nicht alle Slawen das so machen wie von dir beschreiben, wenn sie dieses Fest feiern. Andere Texte lesen sich harmloser bzw unzweideutiger. ;-) Interessant finde ich den Zeitpunkt der SSW dazu. Wenn ich jetzt an die Germanen denke (und Kelten?), so waren es doch eher die Frühlingsfeste wie Ostara und Beltane, bei denen man öhhh....recht freizügig und lebensfreudig gefeiert haben soll? :mrgreen: Macht ja auch Sinn, da der Frühling die fruchtbarste Zeit der Natur ist. :-D

Zitat:
Phu... viel geschrieben, ich hoffe nur, das liest jjemand bis zum Ende durch :crazy:


Also ich habs geschafft. :kez_11: :grin: Wobei mich deine anfängliche Aussage über Juden ziemlich verwundert hatte. Ich glaube, dass sowohl Ägypter (altertümliche wie auch neuzeitige) als auch Juden ein ziemliches Problem damit hätten, wenn sie in einen Topf geschmissen werden würden. ;-)

Übrigens, Hex-hex: Könntest du bitte mal deinen Avatar ersetzen? Er entspricht nicht den Forenregeln. (Wir akzeptieren nur Fotos) Ich merke auch grade, dass du nie eine Vorstellung im Vorstellungsbereich geschrieben hast? Da bist du mir ja glatt durch die Lappen gegangen....nicht schlecht, dass hat vor dir glaub ich noch niemand geschafft. ;-) :acute: Hole die Vorstellung aber bitte nach, denn auch die gehört zu den Forenregeln. Danke dir!

Aradia Luna hat geschrieben:
Vor Echnaton ist es schon im zoroastrischen reich so gewesen, dass es einen Gott gab ( Ahura mazda ) aber ebenso auch einen Teufel ( nariman). In der Religion sind die leitsätze: gute Taten, gutes sprechen und gutes denken. Und das jeder den Teufel in sich tragen kann und durch schlechte Taten eine Reihe von schlechtem ausgelöst werden kann. Quasi dadurch das man, dass anzieht. Es gibt natürlich auch viele andere wesenheiten etc in der Mythologie aber vorallen geht es um gut und böse.


Danke für diese Ausführung, Aradia. Ich hatte ja schon öfter damit im Forum gehadert, wenn es hieß, der Teufel sei nur eine Erfindung der Kirche bzw. des Christentums. Ich hab ja meist darauf hingewiesen, dass es die Schilderung von Gut und Böse, auch in der Gestalt von Wesenheiten, schon lange vor dem Christentum und in anderen Kulturen gab. Schön, mal eine Bestätigung zu lesen :) Kann es allerdings sein, dass du dich mit dem Namen etwas vertan hast? Als Widersacher zu dem Schöpfergott, also Ahura Mazda, finde ich in der Recherche Anromainyus bzw. Ahriman. (https://de.wikipedia.org/wiki/Ahura_Mazda)

Zitat:
Ist das koljada fest das was in dem Film the wicker man gezeigt wird ? Fand ich immer sehr interessant, als ich den Film gesehen habe.


The Wicker Man ist ein cooler Film!! :teufel_0007: *spoiler alert* Wenn die da ihre Prozession durch das Dorf haben, ja, da kann ich schon die Ähnlichkeit zu Hex-Hex's Schilderungen sehen. Den Schluß hingegen nicht....also wo der christliche Polizist geopfert wird. ;-) (Oder nur werden soll? Wirklich zu sehen bekommen wir ja nicht, ob er tatsächlich zerbrutzelt :twisted: )

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"Wie oben - so unten, wie unten - so oben. Wie innen - so außen, wie außen - so innen. Wie im Großen - so im Kleinen."


Fr 28. Dez 2018, 07:48
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