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 Jeanne d'Arc (Johanna von Orleons) 
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Hexe
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Wurde sie "nur" wegen Ketzerei angeklagt oder war sie auch wegen Hexerei angeklagt?

Mir hat mal ein Pfrarrer den Unterschied laut Kirche folgendermaßen erklärt.

Hexerei bedeutet, man ist im Bunde mit nicht-kirchlichen Kärften bzw. mit dem Teufel.


Ketzerei, ist die Anmassung, zum Beispiel die Bibel auszulegen, obwohl man kein männlicher Pfarrer bzw. Mönch ist (er meinte, Nonnen stand das recht der Auslegung nur selten zu. Außer eventuell einer Äbtissin und selbst die musste zur damaligen Zeit rücksprache halten).
Oder man hatte göttliche Visionen, welche ketzerisch ausgelegt werden konnten, vor allem wenn man eine Frau war. Da man sich zur damaligen Zeit nicht vorstellen konnte, dass Gott sich einer Frau anvertraute.


Mi 12. Okt 2016, 00:05
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Ich denke mal, sie ist inoffiziell aus anderen Gründen auf dem Scheiterhaufen gelandet. Vermutlich politische. Sie hatte ja im hundertjährigen Krieg mitgewirkt, um Frankfreich vom englischen Einfluss zu befreien. Der Bischof, der sie anklagte und für schuldig befand, gehörte der England-Fraktion an. Und ich denke mal, dass es dem Patriarchat generell ein Dorn im Auge war, nicht nur eine weibliche Kriegesheldin vor sich zu haben, sondern auch eine mögliche Gottesbotschafterin, Prophetin usw. Und sie war grade mal 19! Man kann sich ausmalen, wie viel an Einfluss sie noch gewonnen hätte.

Manche behaupten zwar, dass sie ne Hexe gewesen ist, aber ehrlich gesagt bezweifle ich das etwas. Ich konnte in meinen Recherchen bislang nichts finden, was wirklich auf Hexentum hindeutet. Ihr? Das einzige was ich diesbezüglich kurios finde ist ihre Verbindung bzw. Liason mit Gilles de Rais Der interessierte sich für Alchemie und Damonenbeschwörung und schien in düstere Riten verstrickt zu sein....mit Kindesmißbrauch und -ermordung. Als Kindermörder wurde er dann ja auch verurteilt und hingerichtet. Es könnte natürlich möglich sein, dass das nur Propaganda und Defamierung war, ebenso aus politischen Gründe und wegen der Verbindung mit Joan d' Arc. Allerdings gab es ziemlich viele Zeugenaussagen.

Es könnte also sein, dass das Leben und Wirken von Joan als Hexe absichtlich verfälscht wurde über die Zeit. Sie blieb nun mal eine Volksheldin und Legende und so wurde sie letzendlich von der Kriche sogar heiliggesprochen. :roll: Also musste man vorher vielleicht ihr Image kirchengerecht machen. Genauso wie die Kirche sich heidnische Gottheiten und Feste einverleibte? :denkend_0019:

Jeanne d'Arc ist auf jeden Fall eine interessante Persönlichkeit. Ich hatte mal ne Verfilmung gesehen, ich glaube die war mit Milla Jovovich in der Hauptrolle, aber die fand ich nicht gut. Allein schon wegen der brutalen Ausschmückungen, sowas muss nicht sein. :nea:

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Di 18. Okt 2016, 19:54
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Nun, viele Sagen um Kindermorde in Bezug auf schwarze Magie wurde und wird gerne von Kirchenmitgliedern genutzt, um Menschen effizient zu diskreditieren.
Wird der "Schuldige" nur ordentlich mundtot gemacht - Folter - wird der Pöbel schon seine Hinrichtung fordern. Eine vielgenutzte Methode um Querulanten loszuwerden.

Der These nach, wird das Fett von 66 jungfräulichen Kindern benötigt, um daraus "Flugzaubertrank" zu brauen, mittels dessen Hexen sich der Festnahme durch "wegfliegen" entziehen könnten.

Es ist nicht ein einziger Fall bekannt, bei dem tatsächlich eine Hexe geflogen wäre und da der rituelle Kindermord nur und ausschliesslich zur Herstellung von Flugzaubertrank geeignet ist und die Hexe ja auch irgendwann wieder landen müsste und auch problemlos abgeschossen werden kann, kann ich mir nicht vorstellen dass irgendein Magier oder Hexe so etwas dämliches tatsächlich versucht haben könnte, zumal das Fliegen ja Beweis ihrer Schuld wäre.

Aber wenn ein Bischof mit so einer Anklage kommt, wäre schon das Leugnen oder Widersprechen ein Grund den Angeklagten zu foltern, da er ja eindeutig in Verbindung mit dem Teufel stehen muss, wenn er behauptet dass der von Gott persönlich auserwählte Bischof, lüge.

Interessant ist dabei nur, wie gutgläubig die Massen sind. Und wie leicht man sie mit einer umfassenden Ideologie beeinflussen kann.

Nee die Dame hatte mit Hexerei so viel am Hut, wie ich mit Bischöfen. Also garnix.


Di 18. Okt 2016, 23:24
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Naja, ins Lächerliche sollte man das Thema auch nicht ziehen. Es gibt leider tatsächlich Leute und Zirkel, die Ritualmorde durchführen, eben auch an Kindern. Das ist heutzutage so und wird auch früher so gewesen sein. Was Gilles de Rais angeht gab es ja nicht nur viele Zeugenaussagen, es gab auch Spuren und er selber machte mehrere Geständnisse (und nicht unter Folter). -->

https://en.wikipedia.org/wiki/Gilles_de_Rais#Child_killer

https://de.wikipedia.org/wiki/Gilles_de_Rais#Die_Verbrechen_des_Gilles_de_Rais

Ich könnte mir aber vorstellen, dass manche Schilderungen "ausgeschmückt" wurden. Joan wird, denke ich, von diesen Perversionen nichts gewußt haben. Gilles war ja "nur" ihr Schutzbeauftrager und begleitete sie im Krieg.

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Do 8. Dez 2016, 02:03
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Hexe
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@Dennis, ich glaube auch nicht,das Johanna von Orleans eine Hexe war.
Denn 1430 beschloss Johanna die Belagerer von Compiegne zu vertreiben, dass damals von den Burgundern unter Jean de Ligny aus Luxemburg attackiert wurde. Aber dieses militärische unterfangen erwies sich als Katastrophe. Sie hat diesen Angriff eigenmächtig ausgeführt.Sie wurde gefangen genommen von Jean de Ligny, Bei ihrer Festnahme wurde sie in einem Turm eingesperrt, wo es ihr gelang zu fliehen, sie kletterte auf einem Turm und wollte hinunter springen was ihr aber missglückte. Johanna verhalf ja den König Karl VII zur Krönung, aber dieser mächtige Herr wollte nichts mehr mit dieser Johanna zu tun haben und unternahm auch nichts um Johanna zu befreien. Weil er keine Frau oder eben diese Frau nicht als Berater an dessen Seite haben wollte. Drei Tage später lieferte Jean de Ligny Johanna von Oreleans dem engländerfreundlichen Bischof von Beauvais (Pierre Cauchon) gegen zehntausend Ecu d' or aus. Ihr wurden an Händen Füßen und Nacken Ketten angelegt und in einem Eisernen Käfig gesperrt und so ins' Schloss von Rouen gebracht. Dort wurde sie wegen Ketzerei und Zauberei angeklagt vor dem Großinquisitor von Frankreich Martin Billorin und dem Bischof Cauchon. Ihre couragierte Haltung beeindruckte viele die diesen Prozess verfolgten. Eine Untersuchung bestätigte das Johanna eine Jungfrau war und viele nahmen dies als Bestätigung, dass sie keine Hexe war. Selbst die Untersuchung, was ihr früheres Leben betrifft kam nichts negertives zu Tage. Man versuchte dann daraufhin Offenbarungen zu entlocken um ihr okkulter Praktiken zu unterstellen um daraus ein Verfahren zu eröffnen.Eine der Fragen die der Johanna gestellt wurden, ob ihre Engel nackt erschienen sein und um einen Baum herumgetanzt haben. Sie habe Johanna vergeblich ausgefragt, sie blieb ihrer Linie treu und viele Ihrer Anhänger verehrten sie um so mehr. Der Zorn des Großinquisitor steigerte sich, weil er auch angst vor seinen Gefolge hatte zu versagen und somit sein Ansehen geschadet werden könnte. Der Prozess wurde weiter geführt, dieses Verfahren fand dann fast ausschließlich in ihrer Zelle statt.

Da sie ja mit 16 Jahren verkündete die Stimmen des heiligen Erzengel Michael, der heiligen Katharina und der heiligen Margareta vernommen zu haben, die ihr befohlen haben die Engländer aus der Pariser Region zu vertreiben. Diese Erscheinung hatte sie aber schon vor drei Jahren das erstmal gehabt.Hierzu muss man noch etwas erläutern, Johanna wendete sich dann darauf hin an den militärischen Befehlshaber (Robert de Baudricourt) des Ortes und erzählte diesem ihre Erscheinung, der daraufhin Johanna wieder nach Hause schickte. Die Junge Frau blieb eisern und ging wieder zu diesem Befehlshaber und er veranlasste bei ihr eine Teufelsaustreibung, aber während die Teufelsaustreibung wurde ihm bewusst dass diese Frau die Wahrheit sagte. Daraufhin wurde sie dem Dauphin der umstrittene Königsanwärter vorgestellt. Sie musste sich einiger Proben und Test unterziehen, die sie aber Problemlos bestand. Ihr wurde gestattet mit in dem Kampf zu ziehen, sie bekam vom Daupin eine weiße Rüstung wo sie ihr eigenes Banner trug. Alle Soldaten waren begeistert, denn sie ermutigte die Soldaten und diese rede die sie führte wurde von den Soldaten begeistert aufgenommen und folgten ihr im Kampf bedingungslos.Am 29.04.1429 gewannen sie den Kampf und die Belagerung wurde aufgehoben. In den darauffolgenden Monaten wurden die Engländer zum Rückzug aus der Loire gezwungen. Triumphierend begleitete Johanna den Daupin zu seiner Krönung nach Reims. Also wurde sie ja schon vorher auf Hexerei geprüft, bevor sie im Kampf zog, dass sie nun keine Hexe sei.

Ihr wurden siebzig Anklagepunkte angelastet, aber davon sind nach genauer Untersuchung 12 übrig geblieben. Bei den Befragungen wich sie geschickt aus und das Gericht musste diese Anklagepunkte streichen, dass sie mit Hilfe des Teufels gesiegt habe.Was aber meiner Ansicht kaum was mit Ketzerei, Hexe usw. zu tun hat.

Bei diesen Anklagepunkten handelt es sich um, wie tragen von Männerkleidung und die vorsätzlichen Missachtung der Kirche usw., aber dennoch wurde sie in aller Form als Ketzerin(Häresie) zum Tode verurteilt. Am 24.05.1431 wurde Johanna auf den Kirchplatz von St.Quen in Rouen gebracht, sie hatte aber plötzlich angst vor dem Ende und dementierte ihreVisionen und versprach der Kirche gehorsam zu leisten und unterschrieb das Geständnis. Daraufhin wurde sie in den Kerker zu lebenslanger Haft verurteilt und sie musste fortan nur Männerkleidung tragen. Als sie das alles einwilligte und Männerkleidung zu tragen wurde sie sofort angeklagt, wieder der Ketzerei verfallen zu sein. Johanna wurde so wütend daraufhin, dass sie ihr Geständnis zurückzog. Man versuchte krampfhaft sie dazu zu bewegen ihre Meinung zu ändern. Sie ergab sich ihren Schicksal und wurde mit neunzehn Jahren lebendig verbrannt auf dem Vieux Marche in Rouen. Der Scharfrichter hat für den Fall, dass Johanna doch eine Hexe sei das Herz und die Eingeweide aus ihren Körper geschnitten verbrannt und dann in die Seine geworfen. Bevor sie verbrannt wurde, hat man sie exkommuniziert. Tja, um die Krönung Karl VII. Rechtmäßig bestätigen zu können, wurde der Prozess von Johanna von Orelans als ungesetzlich erklärt. 1929 wurde Diese Frau Johanna von Orelans von der römisch-katholischen Kirche heilig gesprochen.

Einige Fachleute die sich mit Johanna von Orelans Biographie beschäftigen, glauben an der Theorie, dass sie wirklich eine Hexe und Anhängerin ;; der alten Religion“ gewesen zu sein. Aber die überzeugenden Beweise stehen noch aus.

Eigendlich hatten diese Ankläger nichts in den Händen gegen der Johanner. Wegen Männerkleidung hat man diese tolle Frau verurteilt. :nea:

LG. Eleanor


Di 6. Jun 2017, 14:41
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Johanna ist ein wundervolles Thema, sie war Thema meiner mündlichen Prüfung in der Realschule. Ich denke keiner von uns kann genau sagen was oder warum Johanna ihre Visionen hatte.
Ich denke das viele Männer (gerade in hoher Position) Angst vor ihr hatten. Johanna war mutig und ihre Erfolge gaben ihr recht.
Ich denke daher das ihre Hinrichtung nicht wirklich religös, sondern eher politisch war. Was sehr schade ist.


lg


Mo 18. Jun 2018, 06:08
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