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 Dziady/Ahnentag/Allerseelen 
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Dziady (Biał. Дзяды) - ein vorchristlicher All-Seelen-Ritus, dessen Essenz "die Beziehung der Lebenden zu den Toten" war, nämlich Beziehungen zu den Seelen der Vorfahren (Großväter) aufzubauen, die regelmäßig in ihre früheren Häuser zurückkehren zu ihren Lebzeiten. Ziel der rituellen Aktivitäten war es, die Gunst der Verstorbenen zu gewinnen, die als Hüter der Fruchtbarkeit und Fruchtbarkeit galten. Der Name "Dziady" wurde in einzelnen Dialekten hauptsächlich in den Gebieten Weißrusslands, Polesie, Russland und Ukraine (manchmal auch in Grenzgebieten, z. Kirche aller Zeiten) gab es sehr ähnliche rituelle Praktiken, die bei den Slawen und Balten sowie in vielen europäischen und sogar außereuropäischen Kulturen üblich waren.In der slawischen Tradition wurden die Allerseelenfeiertage drei- bis sechsmal im Jahr gefeiert – je nach Region [3]. In Polen wurden die wichtigsten Riten gefeiert: Im Frühjahr wurde um den 2. Mai (je nach Mondphase) das Totenfest gefeiert; im Herbst wurde 'Dziady' in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert, auch bekannt als Allerseelen 'Nacht, Allerseelen', Herbst Allerseelen 'Tag, Allerseelen', was eine Vorbereitung auf den Herbst war Totenfest, gefeiert um den 2. November (je nach Mondphase). Im Rahmen der Rituale der Großväter mussten Seelen, die auf „diese Welt“ kamen, willkommen geheißen werden, um sich ihre Gunst zu sichern und ihnen gleichzeitig zu helfen, Frieden im Jenseits zu erlangen. Die rituelle Grundform war das Füttern und Tränken von Seelen (z.B. mit Honig, Haferbrei, Eiern, Kutia und Wodka)bei besonderen Festen, die zu Hause oder auf Friedhöfen (direkt auf den Gräbern) zubereitet werden. Ein charakteristisches Element dieser Feste war, dass die Haushaltsmitglieder, die sie aßen, für die Seelen der Verstorbenen Speisen und Getränke auf den Tisch, den Boden oder das Grab warfen oder gossen [6]. In manchen Gegenden mussten die Vorfahren allerdings baden (hierfür wurde eine Sauna vorbereitet) und warm gehen. Die letzte Bedingung wurde durch das Anzünden von Feuern erfüllt, deren Funktion manchmal anders erklärt wird. Sie sollten wandernden Seelen den Weg erleuchten, damit sie sich nicht verirren und die Nacht bei ihren Lieben verbringen können [Fußnote erforderlich]. Zeitgenössische Kerzen, die auf Gräbern angezündet wurden, sind ein Überbleibsel dieser Praxis. Das Feuer - besonders das an der Kreuzung - hätte auch eine andere Bedeutung haben können. Die Idee war, es unmöglich zu machen der Eintritt in die Welt der Dämonen (Seelen von Menschen, die plötzlich gestorben sind, Selbstmorde, Ertrunkene usw.), die - wie man glaubte - in dieser Zeit eine außergewöhnliche Aktivität zeigte. In bestimmten Regionen Polens, z. Eine besondere Rolle bei den Totenritualen spielten Bettler, die in vielen Regionen auch Großväter genannt wurden. Diese Namensähnlichkeit war kein Zufall, denn in der Volksvorstellung wurden umherziehende Großväter-Bettler als Mittlerfiguren und Liaisons mit "der anderen Welt" wahrgenommen. Aus diesem Grund wurden sie gebeten, für die Seelen ihrer verstorbenen Vorfahren zu beten, und boten im Gegenzug Essen (manchmal etwas Besonderes) an zu diesem Anlass zubereitetes rituelles Brot) oder Geldspenden [8]. Die Weitergabe von Nahrung an Bettler, die im Rahmen der Seelenriten praktiziert wird, wird manchmal als eine Form der Seelenfütterung der Vorfahren interpretiert, was durch die Tatsache bestätigt wird, dass sie in einigen Regionen die Lieblingsgerichte der Verstorbenen erhielten. Während dieses Feiertages gab es zahlreiche Verbote bezüglich der Aufführung verschiedener Werke und Aktivitäten, die den Seelenfrieden auf Erden stören oder sogar bedrohen könnten. Es war unter anderem verboten, lautes Verhalten am Tisch und plötzliches Aufwachen (was Seelen erschrecken könnte), Abendessentisch putzen (damit sich die Seelen ernähren können), Wasser nach dem Geschirrspülen durchs Fenster gießen (um die Seelen dort nicht zu verschütten) Rauchen im Ofen (auf diese Weise - wie man glaubte - kamen manchmal Seelen nach Hause)ob Nähen, Weben oder Spinnen (um keine Seele zu nähen oder zu binden, die nicht in "die andere Welt" zurückkehren könnte)
Text über translete

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„Die richtige Funktionsweise des Universums, so behaupteten sie, basiere auf dem Gleichgewicht von vier Elementarkräften: Zauber, Überzeugungskraft, Ungewißheit und Verdammte Sturheit“
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/terry-pratchett/


Di 5. Okt 2021, 15:35
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Beiträge: 273
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Was ich selbst davon erlebt habe.
Meine Familie bemühte sich möglichst Deutsch zu sein,aber die Wurzeln liegen im Osten.
Auf der Suche danach bat ich meine Freundin, mich auf ein solches Ahnenfest mit zu nehmen.
In Polen wird das Fest auf dem Friedhof begangen.Die Gräber werden mit Kerzen geschmückt und die Friedhofsverwaltung sorgt dafür,das jedes Grab mit einer Kerze geschmückt wird,auch wenn man nicht mehr lesen kann wer dort begraben liegt.
Da Alkohol kein Grund ist das Autofahren zu verweigern gibt es viele Verkehrsunfälle zu dieser Zeit,da jeder Vorfahr ein paar Kerzen erhalten muss um ihn nicht zu verärgern.
Das heißt ganz Polen ist auf der Straße und die Ordnungskräfte haben Mühe zu regulieren.Die Parkplätze vor den Friedhöfen sind voll-überall stehen Geschäfte mit Kerzen und Grabschmuck in kitschiger Plastikdekorationswut die einfach unbeschreiblich ist.
Auf den Friedhöfen ist selten das alles ausgeleuchtet ist-man sollte seine Kinder schon mit Leuchtbändern kennzeichnen-die gehen sonst um 2 Uhr bei halbbetrunkenden Eltern verloren .Es geht dort zu wie auf den Jahrmarkt, laut mit Musik, Kindergeschrei und vollem Familienleben.
Wäre ich in Szczecin/Polen nicht dabei gewesen, ich hätte es nicht geglaubt.Auch die Kriegsgefallenden erhalten von jedem der mag ein extra Kerzlein.
Wenn es richtig kalt wird bildet sich ab 22.00Uhr ein warmer Nebel über den Gräbern auf Grund der tausend Kerzen die brennen .
Wer etwas Fantasie oder Sehen kann kann beobachten,wie sich Gestalten bilden.....
Für mich war dieses Fest der blanke Wahnsinn.
Um meine Wurzeln zu ehren versuche ich mich etwas daran zu halten.
Allerdings bleibe ich im paganen Bereich und trage die festtypischen Masken um meine christlichen Vorfahren nicht zu verärgern.Solange ich sie beim Ritual trage,werden sie mich nicht erkennen.
Es gibt Feuer,Musik, Kuchen und Wodka.
Wenn der Grill was abwirft ,sage ich nicht nein.
Es wird auf die Ahnen angestoßen und zum Schluß wieder verabschiedet.


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Di 5. Okt 2021, 16:01
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Registriert: Di 12. Nov 2019, 16:33
Beiträge: 154
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Guten Tag :-)

Danke für den Beitrag.
Es erinnert mich stark an den
Dia de los muertos
in Mexiko und Mittelamerika.

Liebe Grüsse
Vuifre

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... meine Signatur ist gerade in den Ferien ;-)
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Mi 6. Okt 2021, 03:52
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Registriert: Fr 29. Jan 2021, 19:33
Beiträge: 273
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Jepp-allerdings ohne die netten Skelette.
Nach Mexiko möchte ich auch irgendwann-zu diesem Termin.
Meine Freundin ist sehr umweltbewußt.
Sie über das Plastik auf polnisch schimpfen zu hören-was keinen interessierte-war schon....aber hola!
Ihre mitgebrachten Kerzen waren Tonschalen mit mehreren Dochten.
Anbei noch ein paar Ahnenmasken...Meine eigenen sind nicht dabei.


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Mi 6. Okt 2021, 05:13
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Beiträge: 96
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Das Problem an Samhain ist,das es mich krass zu meinen dunklen Wurzeln zurück holt.Für viele bloß ein Verkleidungsfest. Momentan sehe ich es überall.
Ich war jahrelang ausschließlich in schwarz gekleidet,Farben gab es für mich nicht.
Seit einer Weile habe ich gerade zu eine Metamorphose gemacht, ich liebe alle Farben! Ich male mit allen Farben.
Samhain ist für mich eine anstrengende Zeit.
Da es mich zu meinen Wurzeln zurück holt...mich an Verstorbene erinnern lässt, ein Tag der mich sehr tief berührt und ich aufpassen muss ,das es mich nicht wieder vollkommen in seinen Bann zieht.


Fr 15. Okt 2021, 17:15
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Diese Ahnenmasken sehen echt toll aus :smile: Ich mag ja so gruselig angehauchte Sachen.

Samhain ist sowieso schon ewig mein absolutes Lieblingsfest, schon alleine wegen der Atmosphäre und weil der Schleier zwischen den Welten so dünn ist......

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Kontakt bei Problemen oder Fragen:
irish.pooka(at)gmx.de


Fr 15. Okt 2021, 18:28
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Beiträge: 273
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In Andenken an meine Großmutter(die während des Krieges mit Kartenlegen die Familie ernährte) werde ich Geistertarot legen-eine Möglichkeit sich mit Geistern auszutauschen.
Es gibt wenig, was ich wirklich gruselig finde.
Obwohl....
Ich hatte da mal einen Albtraum.....
Haushalt wie im Werbeprospekt.
Überall gehäckelte Platzdeckchen....Mein Mann im Traum trug Lederhosen und kam mit den Kindern von der Kirche.Aus dem Radio kam Volksmusik und an der Wand hing der Heiland der Christenwelt....
Ich glaubte mich in der Hölle... :shocked: :shout:

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Sa 16. Okt 2021, 10:50
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