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 Nachtschattengewächse & der Ursprung des Namens? 
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Warum heißen Nachtschattengewächse eigentlich Nachtschattengewächse? Im Netz konnte ich noch nicht wirklich was aufschlußreiches dazu finden...
als erstes denkt man ja: Nacht und Schatten. Also dass diese Pflanzen irgendwie die Nacht und den Schatten bevorzugen. Oder den "Nachtschatten"? Aber nachts ist doch immer Schatten! :scratch_one-s_head: Oder bezieht sich das auf den Schatten von Mondlicht?

Auffällig ist ja, dass einige von den Nachtschattengewächsen eine Rolle in der (altertümlichen) Hexerei spielen....z.B. Bilsenkraut, Tollkirsche (Belladonna), Stechapfel, Engelstrompete...Alraune!
Sie haben etwas mystisches an sich, also könnte eine Verbindung zum Mond oder zur Nacht durchaus gegeben sein. Weniger mystisch, aber umso leckerer :-D , sind die Früchte bzw Knollen folgender Nachtschattengewächse: Kartoffel, Tomate, Paprika, Chili, Aubergine, Physalis, Heidelbeeren...

Aber auffällig ist auch hier, dass alle bestimmte Giftstoffe enthalten, v.a. Solanin, Tomatin und andere Alkaloide. Nur bräuchte man hier - im Gegensatz zu Tollkirsche & Co - ziemlich große Mengen um sich wirklich zu vergiften. ;-) Allerdings scheint eine gewisse Anzahl an Menschen wirklich nur wenig bis gar nichts davon zu vertragen - sie sind quasi allergisch gegen Nachtschattengewächse und ihr Gemüse/Obst.? Wie immer: Die Dosis ist entscheidend und die kann bei jedem unterschiedlich sein.

Apropos Solanin: Der Begriff kommt daher, weil der lateinische Begriff für die Familie der Nachtschattengewächse "Solanaceae" ist. Da hätten wir also "Sol" = Sonne. Also genau das Gegenteil eigentlich zu "Nachtschatten" - bzw der Mondverbindung die ich oben herstellen will. Tja, also was nun? :scratch_one-s_head: Irgendwie namentliche Widersprüche...!

Zu guter letzt, bevor da noch was falsch verstanden wird. Ich denke - und vieles in der Literatur spricht auch dafür - dass Kartoffeln, Tomaten usw sehr gesund sind! Wußtet ihr z.B. das Kartoffeln relativ hohe Mengen an Vitamin C enthalten? Und früher von den Matrosen quasi als das Heilmittel schlechthin gegen den Skorbut verwendet wurde? Die aßen pro Tag mindestens eine Kartoffel - auch roh - und erst damit konnten sie dem Skorbut beikommen (effektiver als Zitrone, Orange usw). Lag natürlich auch daran, weil Kartoffeln sich so gut lange lagern lassen. Da schien das enthaltene Solanin (dessen Gehalt sich durch die Lagerung eigentlich steigert, v.a. bei Sproßenbildung) kein Problem darzustellen. Sogar im Gegenteil? :denkend_0005:

Über die gesundheitlichen Wirkungen von Heidel- und Gojibeeren muss man denke ich nichts groß sagen, die zeichnen sich ja ins Besondere durch ihre hohen Gehälter an Antioxidantien aus (auch Tomate & Paprika!). Ihre sekundären Pflanzenstoffe und deren positiven Auswirkungen sind aber noch nicht vollends erforscht. (Wird die heutige Wissenschaft aber eh nie richtig peilen, meiner Meinung nach ;-))

Nun ja, zumindest die wenigen Allergiker und "Überempfindlichen" sollten aber vorsichtig sein. Wobei das Problem bei denen vielleicht auch ursprünglich woanders liegen könnte? "Giftstoffe" können ja oft auch heilend sein und Heilwirkungen auslösen, zumindest in der richtigen Dosis. "Unverträglichkeits- Reaktionen" könnten also nur ein anfängliches Problem darstellen, bis das eigentliche behoben ist....? Es ist schon auffällig, dass viele Pflanzen und Kräuter, die von der modernen Pharmazie als giftig und zu vermeiden beschrien werden, jahrhundertelang als Heilmittel eingesetzt wurden...

So oder so: An den Nachtschattengewächsen scheint irgendwas Besonderes zu sein!

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Di 19. Dez 2017, 12:30
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Dennis, GENAU DAS frag ich mich schon sooo lange! :lol:
Warum heissen die "Nachtschattengewächse" so?
Ich hoffe, jemand findet eine Antwort..

Ps: Ich liebe Kartoffeln! Vor allem mit gutem Käse, :d_sunny: :grin:

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Di 19. Dez 2017, 18:59
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Ok, ich hab mal im Wiki nachgeschaut. -->

"Der Name Nachtschatten leitet sich vom althochdeutschen nahtscato bzw. mittelhochdeutschen nahtschade ab. Für die Deutung des Namens gibt es mehrere Theorien. Zum einen könnten mit „nächtlicher Schatten“ die dunklen Beeren des Schwarzen Nachtschattens gemeint sein, andererseits ist auch die medizinische Wirkung der Pflanzen eine mögliche Herleitung. Otto Brunfels schreibt 1532 in seinem Contrafayt Kreüterbuch: „Diß kraut würt auch sonst gebraucht, wider die schäden die die hexen den leuten zufügen, und das uff mancherley weiße, noch gelegenheit des widerfarenden schadens, nicht on sonderliche supersticion und magia. Würt deßhalb in sonderheyt Nachtschatt genannt.“[30] Johann Christoph Adelung (1808) sieht den Ursprung des Namens in Verbindung mit den Kopfschmerzen (Schaden), welche die nachts stark duftenden Blüten der Pflanzen verursachen.


Wirklich stimmig klingt das für mich nicht. Nachtschaden? Auf der einen Seite, weil sie Schaden verursachen können (Kopfschmerzen vom Duft? Vielleicht auch die Giftwirkungen?) und/oder auf der anderen Seite, weil sie Schaden (von böser Magie) abwenden können? Aber wieso nachts? Und das Ganze dürfte ja wohl kaum auf alle Pflanzen der Nachtschattengewächse zutreffen.

Zu Solanum:

Der Name Solanum wurde durch Linné von anderen Autoren übernommen, die damalige Bedeutung umfasste unter anderem Tollkirsche (Atropa), Paprika (Capsicum), Stechapfel (Datura), Blasenkirschen (Physalis) und Nachtschatten (Solanum). Zum Teil wurden jedoch auch ganz andere Pflanzengruppen diesem Namen untergeordnet, beispielsweise Wunderblumen (Mirabilis), Einbeeren (Paris) und Kermesbeeren (Phytolacca). Die Herkunft des wissenschaftlichen Namens ist ebenso wie die des deutschen Namens nicht geklärt. Die Verbindung zum lateinischen sōl (Sonne), die von einigen Autoren genannt wird, ist laut Genaust nicht anzunehmen, wahrscheinlicher ist die Ableitung vom lateinischen sōlārī (trösten, lindern), was auf die medizinische Wirkung geringer Dosen von Nachtschattengewächsen hinweisen könnte."

Das klingt schon etwas einleuchtender. Aber schon lustig, dass man weder bei Solanum noch bei Nachtschattengewächs so richtig weiß, woher das kommt. Tja, diese Pflanzen umgeben sich halt durch und durch mit Mystik. :hexe3:

Es gibt auch die These, dass die Früchte insofern den Schatten bevorzugen, dass sie im Schatten der Blätter wachsen. Denke aber, dass tun auch andere Früchte? Und der Bezug zur Nacht ist nicht hergestellt.

Was Tomate angeht, hab ich noch was krasses entdeckt. Und zwar gibt es eine Pflanze namens Teufelszwirn (kein Nachtschattengewächs), die den Duft von Tomaten(pflanzen) wahrnimmt (sie kann also riechen!!?) und dann langsam zu ihr hin wächst. Am Ziel angekommen, umwickelt sie diese und agiert als Parasit. -->
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/pflanze-mit-riecher-parasit-ortet-duft-seines-opfers-a-440064.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Seide_(Gattung)

Das erinnert mich irgendwie an die fleischfressenden Pflanzen. Aber die sind ja, soweit ich weiß, stationär - und warten nur darauf, bis ein Insekt auf sie landet (durch die Dufststoffe angelockt) und dann schließt sich die Blüte und das Insekt wird verdaut. Jetzt stelle man sich mal mobile fleischfressenden Pflanzen vor :o ....hoffen wir mal, dass es bei Tomaten bleibt.

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Do 4. Jan 2018, 08:04
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Sehr interessant, Dank dir.

Aus meiner persönlichen Sicht, sind diese Nachtschattengewächse sehr starke Pflanzenwesen. Und natürlich auch nicht zu unterschätzen. Sie können, richtig angewendet, Linderung verschaffen, als auch Schaden zufügen und beispielsweise eine Umnachtung auslösen.
Darin erkenne ich, eine Polarität zwisch Licht und Dunkelheit. Aber das ist auch nur meine persönliche Meinung.

Das viele Heilpflanzen als giftig angezeigt werden, liegt aber auch daran, das heut zu Tage fast keiner mehr damit umzugehen weiß. Das alte Wissen würde auch nicht mehr weiter gegeben, wie es mal üblich war.
Interessierte müssen sich das mühsam zusammen suchen und trotzdem fehlen Erfahrungswerte. Die noch viel wichtiger sind als bloße theoretische Erkenntnis.

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"Es heißt „Die Wahrheit macht
den Menschen frei“. Die Wahrheit allein hat noch nie
jemanden befreit. Erst der Zweifel bringt geistige
Emanzipation. Ohne das wunderbare Element des
Zweifels wäre das Tor zur Wahrheit fest verschlossen
und undurchdringlich selbst bei dem heftigsten
Dagegenhämmern von tausend Luzifern..."

Aus Das Buch Luzifer, die Erleuchtung von Anton Szandor LaVey


Do 4. Jan 2018, 09:10
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