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 Maria Anna Schwegelin- letzte verurteilte Hexe? 
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Maria Anna Schwegelin wächst als Kind in Weisenhäusern auf und wird später Dienstmagd. Im Alter von ca. 30 verliebt sich die Katholikin in den evangelischen Kutscher des Bauern, bei dem sie in Stellung ist. Auf ein Eheversprechen hin, welches aber nicht eingelöst wird, wechselt sie zum lutherischen Bekenntnis. Sie muss den Hof nach Auflösung des Eheversprechens verlassen.
Ohne gesicherten Lebensunterhalt verwahrlost Anna Schwegelin. Sie wird in Kempten aufgegriffen und in das örtliche Arbeitshaus gesperrt. Hier beginnt ein fünfjähriger Aufenthalt, der insbesondere von harter Arbeit, schlechter Verpflegung und Misshandlungen durch die Aufseherin gekennzeichnet ist.

Quelle: http://henker-folter.de/zur-information-von-a-z-der-inquisition/die-hexe/letzte-hexe/
Bezuggenommen auf die Quelle: Hansjörg Strasser: Anna Schwegelin. Der letzte Hexenprozess auf deutschem Boden 1775. Verlag für Heimatpflege Kempten, Kempten 1985.


Zuletzt geändert von Obsidian am Fr 11. Mär 2016, 18:14, insgesamt 1-mal geändert.



Fr 11. Mär 2016, 12:05
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Also in der Schweiz kennen wir Anna Göldi / Göldin als letzte verurteilte Hexe in ganz Europa! (echt zweifelhafter Ruhm für die Schweiz! :shock: :( )

Sie wurde am 13. Juni 1782 in Glarus hingerichtet.

(der Einfachheit halber zitiere ich den Text von Wikipedia ;) https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Göldi )

Leben
Göldi stammte aus armen Verhältnissen und arbeitete als Dienstmagd. Sie gebar nachweislich zwei Kinder. Das Erste starb kurz nach der Geburt. Anna Göldi wurde darauf wegen Kindsmordes verurteilt und bestraft. Das zweite Kind stammte von ihrem Dienstherrn Zwicky in Mollis. Das ausserehelich gezeugte Kind kam in Strassburg zur Welt und wurde in fremde Obhut gegeben. Über das Schicksal dieses Kindes ist weiter nichts bekannt. In Fachkreisen ist umstritten, ob es noch ein drittes Kind gab, da der Eintrag im Taufbuch Zweifel aufkommen lässt.

Anna Göldi arbeitete später als Magd beim Glarner Arzt, Ratsherrn, Richter und Regierungsrat Johann Jakob Tschudi. Tschudi entstammte einer der reichsten und einflussreichsten Familien des protestantischen Kantons Glarus.

Hier soll sie dann mehrmals Stecknadeln in die Milch einer Tochter Tschudis gezaubert haben. Ausserdem soll die Tochter nach Aussagen von Angehörigen der Familie Tschudi mehrfach Nägel gespuckt haben. Wegen Verzauberung der Tschudi-Tochter wurde Anna Göldi daraufhin der Hexerei beschuldigt und angeklagt. Die Hintergründe für die Anklage dürften aber eher mit einer Affäre mit ihrem Dienstherrn Tschudi in Zusammenhang stehen. Zudem war Anna Göldi gut bekannt mit dem Schwager der Familie Tschudi, Ruedi Steinmüller. Dieser war vermögend und vermutlich in einen Erbschaftsstreit mit der Familie Tschudi geraten. Auch er wurde beschuldigt und als Mittäter inhaftiert.

Im anschliessenden Gerichtsprozess gab Göldi unter Folter zu, die Kräfte des Teufels zu nutzen. Auch Steinmüller sollte unter Folter seine Aussage machen. Er erhängte sich jedoch in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1782. Sein Suizid wurde als Schuldeingeständnis betrachtet, sein Vermögen beschlagnahmt.

Der evangelische Glarner Rat verurteilte Anna Göldi am 13. Juni 1782 zum Tod durch das Schwert. Das Urteil wurde umgehend vollstreckt. Da Anna Göldi keine Glarnerin war (Sennwald gehörte zu Zürich), galt sie als fremdländische Person. Die Gerichtsbarkeit lag somit eigentlich bei einem gemeinen Gericht, welches paritätisch aus katholischen und reformierten Personen zusammengesetzt war. Das Urteil war somit nicht rechtmässig.

Der Hexenprozess sorgte trotz Pressezensur in der Schweiz und in Deutschland für Aufruhr und wurde von August Ludwig von Schlözer als Justizmord bezeichnet. Auch der Journalist Heinrich Ludwig Lehmann publizierte den Fall. Der Gerichtsschreiber, Johann Melchior Kubli, gab die streng geheimen Akten heraus. Erst im Jahr 2007 konnte dies aufgrund Lehmanns Tagebucheintragungen bewiesen werden, die Walter Hauser während seiner Recherchen zu Justizmord an Anna Göldi ans Licht brachte. Da über den Prozess Geheimhaltung verhängt wurde, hätte Kubli ebenfalls die Todesstrafe gedroht, wenn man ihn als Informanten überführt hätte. Er hatte sich bereits während des Prozesses für Anna Göldi eingesetzt.




Echt erschreckend und beschämend für die Schweiz!!!

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Fr 11. Mär 2016, 16:58
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Hallo Rhia- na wenn Anna Göldi / Göldin 1782 hingerichtet wurde, dann wird wohl doch sie die Letzte sein, denn Maria Anna Schwegelin starb ja ein Jahr zuvor, wenn man von der Version ihres natürlichen Todes ausgeht.
Ansonsten wäre doch Maria die Letzte, denn diese wurde gnädigerweise vor dem Verbrennen am 11.April 1775 geköpft, bevor ihr Fleisch den Flammen übergeben wurde.
So oder so ist es zumindest unumstritten, dass beide Frauen wegen Dummheit, Intoleranz und Irrglauben Anderer ihren Tod fanden :(


Fr 11. Mär 2016, 17:40
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Über die Anna Göldin gibts nen Film:

https://www.youtube.com/watch?v=GZe-cr1IcUs

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Sa 12. Mär 2016, 00:58
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Ich habe das Lexion der Magie und Hexerei von David Pickering. In diesem Buch werden die Fälle der einzelnen Verurteilten beschrieben, unter anderem auch von Maria Anna Schwegelin. Sie ist die letzte offizielle Hexe in Deutschland, die am 11 April 1775 hingerichtet wurde. Es ist schon grausam was man mit diesen armen Menschen gemacht hat. Leider sind ja auch Kinder nicht verschont worden. Vielleicht habt Ihr mal was von den Goodwin-Kindern gehört?


Di 30. Mai 2017, 22:27
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Also ich nicht. Erzähl mal bitte. ^^

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Do 1. Jun 2017, 01:36
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Gerne Scorpio Dennis, wenn ihr wollt ich habe ganz viele Hexenprozesse und auch die Hexenbulle. Dann schreibe ich mal über einige prozesse. Es ist einfach nur grausam :shocked2:


Die Goodwin-Kinder, Vier Kinder des Steinmetzen John Goodwin aus Bosten deren Aussage 1688 zu einem berüchtigten amerikanischen Hexenprozess führten. Dieser Prozess war ein Vorläufer die Hexenverfolgung von Salem der nur einige jahre später stattfand.
Die vier Goodwin-Kinder waren zwischen fünf und dreitzehn Jahre alt, begannen unter mysteriösen Anfällen zu leiden. Eines der Kinder ein Mädchen soll ein Wäschestück von der Wäscherin Goddy Glover gestohlen haben, diese Wäscherin war schon sehr alt und sprach mit dem Mädchen sehr rau und herrisch. Danach bekamm dieses Mädchen und drei ihrer geschwister diese Anfälle(epileptische?), die regemäßig auftraten, was zur folge hatte von verlust des gehörs, des Sehvermögens und der Sprache. zum entsetzen derer Eltern, nachbarn und auch freunde schien sich die gliedmaßen, Kinlade der Kinder zu verrenken und die Zunge ragte ,,mit erstaunlicher Länge" aus den Mündern herraus oder wurden in den Hals zurückgezogen. Die Kinder litten in dieser zeit unvorstellbaren schmerzen wenn diese Änfälle auftraten und Konnten sich nicht bewegen(Lähmung. Die damaligen Ärzte fanden bei diesen Kindern keine Ursache für diese Anfälle. Die Familie und auch die anderen Beohner vermuteten Hexerei. Man ging davon aus, daß in den Kindern Dämonen sich eingenistet haben. Eine untersuchung der Beamten zeigte daß die Familie Goodwin streng religös erzogen wurde und auch lebte. Das verhalten der Kinder wurde immer merkwürdiger, sie wollten sich nicht mehr waschen, sie kleideten sich nicht mehr um, sie räumten nicht mehr auf, sie halfen nicht mehr im Haushalt usw., das konnten nur noch Dämonen sein. Das haus von Goody Glovers wurde durchsucht und man fand kleine Figuren. Die Wäscherin gestand bald eines dieser Figurne benutzt zu haben um diese Kinder zu verhexen; sie habe mit nassen Fingern über diese Figur gestrichen um den Kindern schmerzen zubereiten. Ein geistlicher Hexenjäger (Cotten Mather), der diesen Fall untersuchte forderte diese alte Dame auf das Vaterunser aufzusagen, sie verhaspelte sich sehr oft dabei. Sie konnte aber nichts' genauses über ihren Umgang mit dem Teufel sagen, aber diese Tatsache reichte um diese alte Dame zum Tode zu verurteilen. Der Richter, der dieses Urteil fällte wurde, sollte später den Vorsitz über den Prozess von Salem führen. Nachdem Goody Glover getötet wurde verbesserte sich der Gesundheitszustand von Tag zu Tag, bis wieder völlig gesund waren.


Do 1. Jun 2017, 13:00
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Eleanor hat geschrieben:

Die vier Goodwin-Kinder waren zwischen fünf und dreitzehn Jahre alt, begannen unter mysteriösen Anfällen zu leiden.
Eines der Kinder ein Mädchen soll ein Wäschestück von der Wäscherin Goddy Glover gestohlen haben, diese Wäscherin war schon sehr alt und sprach mit dem Mädchen sehr rau und herrisch.
Danach bekamm dieses Mädchen und drei ihrer geschwister diese Anfälle(epileptische?), die regemäßig auftraten, was zur folge hatte von verlust des gehörs, des Sehvermögens und der Sprache.
...
Die Wäscherin gestand bald eines dieser Figurne benutzt zu haben um diese Kinder zu verhexen; sie habe mit nassen Fingern über diese Figur gestrichen um den Kindern schmerzen zubereiten.
...
Nachdem Goody Glover getötet wurde verbesserte sich der Gesundheitszustand von Tag zu Tag, bis wieder völlig gesund waren.



Kann man aus dieser Indizienkette nun schließen, daß Goody Glover eine Hexe war?

Übrigens intressantes Detail - das mit den nassen Fingern.
Dafür braucht man schon etwas Hintergrundwissen.

Feuchtigkeit, Wasser, bzw. generell Flüssigkeiten, wie auch Sperma und Blut, wird ja bei magischen Ritualen die Eigenschaft zugeschrieben, den (oder einen) Geist zu übertragen.

Daher stammt auch das "Bespucken" bei bestimmten schamanischen Ritualen oder auch der Umgang mit dem Weihwasser in der Kirche .

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Sa 3. Jun 2017, 19:57
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@ Nordrage, es steht nur da, daß sie zum Tode verurteilt wurde und die beweise reichen um sie als Hexe zu verurteilen. Aber in diesen Buch werden auch Details von Hexenrituale beschrieben, wenn Du magst mache ich ein neues Thema auf und schreibe mal so ein paar Dinge darüber. Eigendlich ist das hier Obsidian Thema und es wäre nicht schön wenn wir dieses kaputt machen. :blush2:

LG. Eleanor


Mo 5. Jun 2017, 17:07
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Registriert: Fr 2. Sep 2016, 20:11
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Eleanor hat geschrieben:

@ Nordrage, es steht nur da, daß sie zum Tode verurteilt wurde und die beweise reichen um sie als Hexe zu verurteilen.



Schon klar - ich meine ja auch nur, wenn man mal selber drüber nachdenkt.

Wenn das mit dem "Verhexen" mittels kleiner Figürchen so einfach wäre - dann hätte es über die Jahrhunderte der sehr gepflegten Branche der Giftmischerinnen nicht bedurft.
Damit (dem Verhexen) könnte ja jeder, der irgendwie unbequem wird, sofort neutralisiert werden.
Und wenn schon so ne alte Wäscherin sowas hinbekommen soll - was könnte dann ne "richtige Hexe" ausrichten - die das gewerblich hauptberuflich betreibt?

Die Story sieht so aus, als wenn sie extra dafür gestrickt ist, um in der Ideologie, in welcher sie spielt - der Christlichen - das Feindbild zu festigen: Mit dem Satan im Bunde zu sein.
Wobei das natürlich so gedeichselt war, daß jeder, der mit dem Christlichen in dessen "besten Tagen" nichts zu tun hatte oder haben wollte, für inquisitorische oder pseudoinquisitorische Protagonisten automatisch mit dem Satan im Bunde stand.

So wie die Story da steht, könnte man sie jedenfalls auseinandernehmen, bis davon nur noch bloßes Hyperventilieren aus Empörungsaktionismus übrig bleibt.

Eleanor hat geschrieben:

Aber in diesen Buch werden auch Details von Hexenrituale beschrieben, wenn Du magst mache ich ein neues Thema auf und schreibe mal so ein paar Dinge darüber. Eigendlich ist das hier Obsidian Thema und es wäre nicht schön wenn wir dieses kaputt machen. :blush2:

LG. Eleanor



Gern, wenn Du magst.
Dürfte sicherlich nicht nur mich intressieren.

_________________
Per aspera ad astra


Di 6. Jun 2017, 13:56
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