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 Höhlen! 
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Administrator/Alchemist
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Höhlen an sich sind ja recht magisch und die meisten dürften Kraftorte sein. Heißt es nicht sogar, dass Hexen früher viel in Höhlen gegangen sind oder da sogar gehaust haben? Zumindest aber Rituale abgehalten haben? Wißt ihr was darüber?

Zu meinem Geburtstag war ich ja bei einer Höhlenführung, und zwar handelte es sich um die Kluterthöhle in Ennepetal. Es war ein sehr schönes Erlebnis! :) Die Führung ging über ne halbe Stunde länger als vorgesehen, hihi, lag aber auch daran, weil es die letzte des Tages war und der Höhlenführer so viele Geschichten erzählte... und auch Werbung machte für Veranstaltungen, welche in der Höhle sehr oft stattfinden - fand ich teils ziemlich nervig :roll: , aber für die Kids sind die meisten schon was tolles, z.B. Schatzsuche, Halloween, Rollenspiele usw. :mrgreen: Halloween-Überreste bekamen wir noch zu sehen, weil das ja grade mal 4 Tage her war. Da hatten die noch nicht alles aufgeräumt... :zombie:

Die Kluterhöhle befindet sich in einem Berg und ist eine Karst-Höhle - heißt, der Kalk wurde über lange Zeiträume hinweg aufgelöst, was zur Bildung der Hohlräume und -gänge führte. Da es sich in diesem Fall um Riffkalk handelt, kann man in der Höhle jede Menge Überreste von versteinerten Korallen, Schwämmen usw sehen (v.a. an der Decke). So gibt es auch etliche Bäche und Seen in dem Höhlensystem. Das Wasser ist so klar, dass man es zu erst gar nicht wahrnimmt, wenn man in einen Neben-Gang schaut, wo es herfließt. Erst, wenn man einen Faden oder ähnliches reintut, sieht man es aufeinmal. O_o

Stalagmiten gibt es in der Höhle hingegen kaum zu sehen, fast gar keine, weil es ja keine Tropfsteinhöhle ist. Interessant war die neue Beleuchtung, die war erst ein paar Tage vorher in Betrieb gegangen (wir hatten also Glück), und sie leuchtete die Höhle nun viel besser aus als vorher, so daß man mehr Details sehen konnte. (Der Höhlenführer hatte zum Vergleich mal die alte Beleuchtung angemacht) Aber irgendwo auch schade, weil das etwas Dunklere auch so seinen Charme hat. ;-) Cool war, dass um den Lampen des alten Beleuchtungssystem manchmal kleine grüne Vegetation zu sehen war - diese hatte sich über die Zeit aufgrund des Lichtes gebildet.

Besonders toll ist das Klima der Höhle! Es ist das ganze Jahr über konstante 10 Grad und die Luft ist so rein und gesund, dass sogar Kuren und Therapien angeboten werden, wo die Menschen sich für mehrere Stunden am Tag in bestimmten Bereichen der Höhle auf Liegen erholen dürfen. :beach: (Denkt euch den Smiley mit ner Wolldecke ;) ) Davon wird auch rege Gebrauch gemacht, denn die gesundheitlichen Wirkungen der Höhlen-Luft haben sich über Jahrzehnte bewährt (V.a. für Astmathiker und Allergiker!). Allein deswegen ist die Kluterhöhle schon ein Kraftort. Und wie besonders die Luft ist, konnten meine Begleiter und ich nun selbst erfahren. In der Höhle selber merkt man es erst mal nicht so unbedingt, auch nachdem ich ein paar Mal bewußt tief ein- und ausgeatmet hatte. Aber deutlich wurde es dann am Ende. Denn nachdem wir da 80 Minuten durch die Höhlengänge gelatscht waren (teils recht eng!), wies der Höhlenführer uns an, beim Herausgehen mal darauf zu achten, wie sich die Luft verändert.....

Und ja! Man merkte schon gut 20 Meter vor dem Ausgang, dass die Luft trockener wurde und der Geruch anders. Man nahm aufeinmal intensiv den Duft der Vegetation wahr! Schon kurios, wenn man das vorher nie so gerochen hat...Extrem war es dann, als wir draußen waren (über der Höhle befindet sich Wald). Auch wenn das eigentlich schön war, merkte man bereits, dass die Qualität der Luft etwas schlechter war. Je weiter wir dann von der Höhle und dem Wald weggingen - zurück zum Auto - um so extremer war die Wahrnehmung über die schlechte Luft! Z.b. mussten wir über eine Überführung, direkt über eine Haupstraße, wo auch rege Autos herfuhren - oh Gott, hat das gestunken! Man roch auf einmal ganz klar die Abgase! :fie: Das war schon krass, denn zur Höhle hin waren wir ja denselben Weg gegangen und da hatten wir nichts gerochen! Da haben wir alle nur gestaunt, wie sensibilisiert unsere Nasen nun waren....wir alle haben das gemerkt. Und wir waren erschrocken, wie verpestet die Luft eigentlich ist, die man den ganzen Tag so einatmet! (draußen) Je mehr wir wieder in die Stadt kamen, um so extremer war das eigentlich. Das war so schlecht, dass man sich da nur mit Humor zu helfen wußte. :lol: Im Auto ging es dann zum Glück. Da verflog die Sensibilisierung auch recht schnell wieder. Als ich wieder zu Hause war, nahm ich die intensiven Gerüche schon nicht mehr wahr...

Später war es dann so, dass es wohl ein paar gesundheitliche Auswirkungen gab. Mein Vater meinte z.B. dass er die Tage darauf mehr Energie hatte und öhh - sagen wir mal, vermehrte Aussonderungen. Und auch ich spürte da etwas, z.B. hatte ich an dem Tag danach ein ziemliches Kribbeln. Und ganz seltsam: Noch in der Nacht hatten sich Fieber- oder Ekelbläschen an meiner Unterlippe gebildet. O_o Die sind mittlerweile wieder verheilt, aber noch verkrustet. Also irgendwas war da in Gang gesetzt worden! Vielleicht auch wegen der Sache mit den Abgasen? Meine Entgiftung scheint auf jeden Fall etwas angekurbelt zu sein, auch heute noch (gut ne Woche später).

Insgesamt ist das Höhlensystem der Kluterhöhle sehr groß, bis 1959 galt sie noch als größte Höhle Deutschlands :o (da wurde sie von der Salzgrabenhöhle im Berchtesgadener Land abgelöst). Wenn ich mich recht entsinne, sagte der Höhlenführer (übrigens ein Franzose), dass die Kluterthöhle heute als 14.größte Höhle Europas gilt. Wobei sich das recht schnell wieder ändern kann, weil die Höhlen um jeden cm kämpfen. ;-) Die Webseite der Kluterthähle sagt: "Entstehung (Riffbildung): vor ca. 385 Mio. Jahren; Anzahl der Gänge: 380; Gesamtlänge der Höhlengänge: ca. 5800 Meter; Höhendifferenz: ca. 35 Meter; Grundfläche: 450 x 200 Meter in 10,97 ha großem Naturschutzgebiet Kluterthöhle und Bismarckhöhle." (https://www.kluterthoehle.de/hoehlenwelt/wissenschaftliches)

Die Gänge und gewisse Stellen haben alle Namen, manche witzig, manche mystisch, manche etwas gruselig. Z.B Nadelöhr, Ostsee, Wolfsschlucht, Gralsburg....Draußen vor der Höhle ist ein Schild angebracht, welches das System mit seinen Namen zeigt. Ich habs auch im Internet gefunden:
http://4.bp.blogspot.com/-nwnONCRgUZY/UgzMiKB0MaI/AAAAAAAAA5Y/8fDqjAS4TdU/s1600/00+Kluterth%25C3%25B6hle_Aug+13+%2528Kopie%2529.JPG
Das was da blau eingezeichnet ist, ist die normale Führung, also die, die auch wir mitgemacht haben. Man bekommt also wirklich nur einen eher kleinen Teil der Höhle zu sehen. Interessanter ist bestimmt die Erlebnistour (grün), aber da muss man auch kriechen und krabbeln, das ist natürlich nicht für jeden etwas. (Z.B. so :mrgreen: : https://www.halloherne.de/fotostrecke/ausflug-in-die-kluterthoehle-362.htm) Aber man muss schon sagen, manche Gänge luden definitiv zum Selbsterkunden ein.... :teufel_0007:

Das was auf der Karte zu sehen ist, ist auch nicht alles. Es dürfte nur der Ennepetaler Bereich sein. Man sieht ja auch, dass manche Gänge da noch weiter gehen, aber kein Platz mehr auf dem Schild ist. Ich denke, dass haben die auch ganz bewußt so eingegrenzt, weil die Ausläufer der Kluterhöhle sehr weit gehen sollen und es immer wieder hier und da auch Eingänge gibt. Ich weiß z.B. dass man vor einigen Jahren Höhlen-Eingänge in Wuppertal entdeckt haben soll, ist aber nix offizielles....in bis zu 10 Km Entfernung!? Das ist schon krass....ich selber hab die mal in Augenschein genommen, auch welche, die in 5 Km Entfernung sind, die meisten wissen von den ganzen Mundlöchern nix. Man kommt ja auch nicht rein, es ist meistens gut zugemacht (zugeschüttet, verdeckt oder Gitter). Darüber wird auch ziemlich geschwiegen, wie groß das ganze System wirklich ist...man weiß es selber ja auch nicht richtig. Die Höhle wird immer noch erforscht und es sind bestimmt noch nicht alle Gänge und Verbindungen gefunden worden...

Das Höhlen-Eingänge dicht gemacht werden ist heutzutage fast überall so. Irgendwo schade, weil Abenteurer damit keine Chance haben :enttäuscht: , aber auf der anderen Seite gut so, weil es ja doch immer genug Idioten gibt, die in einer Höhle ihren Unrat hinterlassen oder Tropfsteine u.ä. entwenden. Oder sich halt verlaufen und nicht mehr rausfinden. V.a. für Kinder sehr gefährlich. Außerdem sollen so Gitter auch dem Fledermaus-Schutz dienen, aber oft ist das auch nur ein Vorwand. (V.a. wenn es sich gar nicht um ne Höhle handelt, sondern um was anderes ;-))

Soweit also mein Bericht über die Kluterthöhle. :) Mit Fotos kann ich leider nicht dienen - mein Vater hatte zwar ein paar mit dem Handy gemacht, aber die sind alle nix geworden. Alles ist hell und man sieht nur dichten Nebel. Obwohl da ja kein Nebel war :scratch_one-s_head: ...komisch! Also verweis ich einfach auf Fotos vom "Arbeitskreis Kluterthöhle" (der sich auch um andere Höhlen der Region kümmert), die die neue Beleuchtung zeigen:
https://akkhev.wordpress.com/2017/03/05/kluterthoehle-im-neusten-glanz/ (Dazwischen sind Fotos von nem Event) Und Google Bilder.

Was mich nun interessieren würde: Wart ihr auch schon mal in einer Höhle? Per Führung oder gar auf eigene Faust? Vielleicht auch ein Stollen oder U-Anlage? Ich find sowas immer total spanned.... :popcorn:

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Di 14. Nov 2017, 00:38
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p.s.: Am selben Tag fand direkt bei der Kluterthöhle im Haus Ennepetal die Edelsteinbörse statt. Davon wußten wir erst gar nichts. Da sind wir dann auch nicht reingegangen, weil sich das zeitlich nicht mehr gelohnt hätte...(und ich bestimmt nur unnötig Geld ausgegeben hätte :biggrin: ). Aber das war bestimmt kein Zufall! :dance2:

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Di 14. Nov 2017, 00:43
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Hallo Dennis,

Das ist ein sehr interessanter und schöner Bericht!
Ich war ja letztens mit meiner Klasse im Kaltbrunnental. Da hat es auch Karsthöhlen, allerdings nicht so grosse... und das war sehr spannend zum erforschen (da darf man noch selber) und auch da empfand ich die Erdenergien als sehr stark.
Ich mag Höhlen gerne, solange keine Spinnen im Weg sind. O_o :biggrin:
Alles Liebe
Rhia-Aileen

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Do 16. Nov 2017, 21:26
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