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 Der Golem - Gustav Meyrink 
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Gustav Meyrink ist für mich ein äußerst interessanter Schriftsteller - seine Bücher sind sehr tiefgehend und komplex.
Er war auch Mitglied in vielen "esoterischen" Geheimgesellschaften.

Hier mal ein Auszug von Wikipedia zu ihm:

Wikipedia hat geschrieben:

Beziehungen zu (esoterischen) Gruppen

Meyrink war Mitglied mehrerer Geheimbünde und behauptete, in telepathischem Kontakt mit Ramana Maharshi, dem Guru Paul Bruntons zu stehen.[4]

In Prag war Meyrink 1891 Mitbegründer der theosophischen Okkultistenloge „Zum blauen Stern“,[5] in der er den Schriftsteller Karl Weinfurter kennenlernte. Die Loge tagte entweder in seiner Wohnung oder in einem Prager Cafe.
Meyrink war eines der ersten Mitglieder der deutschen Theosophischen Gesellschaft, deren innerer Abteilung, der „Esoterischen Schule“ er sich später anschloss.
Unter dem Ordensnamen „Bruder Dagobert“ war er Mitglied im Weltbund der Illuminaten.
Unter dem Logennamen „Kama, Censor of the R.O.O.o.S.B.“ war er Mitglied im Kerning-Orden.
Angehöriger in der „Bruderschaft der alten Riten vom heiligen Gral im großen Orient von Patmos“.[6]
Mitglied der mystischen Gesellschaft christlich-rosenkreuzerischer Ausrichtung von Alois Mailänder.[7]
Mitglied des Schachclubs Starnberg 1920 e.V.,[8] wo er dreimal Clubmeister wurde.[9]

Henri Clemens Birven erwähnt in seinem Buch „Lebenskunst in Yoga und Magie“ (Origo Verlag, Zürich 1953), dass er zusammen mit Meyrink und Ernst Peithman, einem prominenten Vertreter der Gnostisch-Katholischen Kirche, Forschungen über die mysteriöse Identität der Begründerin des Golden Dawn betrieben haben soll.[10]

Freimaurerei
Während des Ersten Weltkriegs kam Meyrink mit der Freimaurerei in Berührung, und dies auf einem äußerst pikanten und kuriosen Weg. Er wurde 1917 vom Auswärtigen Amt in Berlin aufgefordert einen propagandistischen okkulten Roman zu schreiben, in dem der Öffentlichkeit suggeriert werden sollte, dass die Freimaurerei insgesamt, insbesondere jedoch die französische und italienische Freimaurerei die Schuld am Krieg trage. Hierzu wurde Meyrink eine Vielzahl freimaurerischer Literatur des Auswärtigen Amtes überlassen. Der Roman sollte auch ins Englische und Schwedische übersetzt werden und in einer Auflage von einer halben Million Exemplaren weltweit verteilt werden. Der Theologe Carl Vogl schreibt hierzu[11]: „Als ich Meyrink im dritten Kriegsjahre (Juli 1917) besuchte, sah ich bei ihm einen Tisch voll aufgehäuft mit alten und neuen Büchern freimaurerischen Inhalts. Bezüglich ihrer gab mir M. die Auskunft, er habe sie aus dem Auswärtigen Amt in Berlin,(...)“ Meyrink sagte diesbezüglich zu Vogl: „Ich wurde telegraphisch nach Berlin ins Auswärtige Amt gebeten. Dort traf ich einen Legationsrat nebst zwei Vertrauensmännern, darunter den Beichtvater der Königin von Bayern. Man stellte mir sofort folgenden Antrag: schreiben Sie uns einen Roman, in dem Sie den Nachweis führen, daß die Freimaurer am Weltkrieg schuld sind. (...) Ich war nicht wenig erstaunt und erwiderte, man solle doch lieber Frenssen oder Ganghofer mit dieser Aufgabe betrauen. Doch die Herren meinten, die seien viel zu national und militärfreundlich, man brauche einen prominenten Schriftsteller, von dem das Publikum weiß, daß er kritisch ist, ja mehr als kritisch diesen Dingen gegenüberstände (...).“ Meyrink nahm den Auftrag zwar an, wohl in der Absicht das Projekt scheitern zu lassen oder zumindest insoweit Einfluss darauf nehmen zu können, um dessen Resultat abzumildern. Er wurde aber vor Abschluss der Arbeiten wohl gerade deswegen von dem Auftrag entbunden und aufgefordert, die erhaltenen Unterlagen wieder nach Berlin an das auswärtige Amt zurückzuschicken. Der Auftrag wurde dann dem deutsch-nationalen österreichischen Politiker Friedrich Wichtl übertragen, der in Folge mehrere Pamphlete über die freimaurerisch-jüdische Weltverschwörung verfasste[12] und damit zu einem der Wegbereiter der anti-freimaurerischen Hetzschriften des Generals Erich Ludendorff und des Antisemitismus der Nationalsozialisten sowie der Legende der freimaurerisch-jüdischen Weltverschwörung wurde.



Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Meyrink

"Der Golem" - Auszug 1. Kapitel --- Komplettes Buch kann man lesen bei:
http://www.zeno.org/Literatur/M/Meyrink,+Gustav/Roman/Der+Golem

_______________
Schlaf

Das Mondlicht fällt auf das Fußende meines Bettes und liegt dort wie ein großer, heller, flacher Stein.

Wenn der Vollmond in seiner Gestalt zu schrumpfen beginnt und seine rechte Seite fängt an zu verfallen, – wie ein Gesicht, das dem Alter entgegengeht, zuerst an einer Wange Falten zeigt und abmagert, – dann bemächtigt sich meiner um solche Zeit des Nachts eine trübe, qualvolle Unruhe.

Ich schlafe nicht und wache nicht, und im Halbtraum vermischt sich in meiner Seele Erlebtes mit Gelesenem und Gehörtem, wie Ströme von verschiedener Farbe und Klarheit zusammenfließen.

Ich hatte über das Leben des Buddha Gotama gelesen, ehe ich mich niedergelegt, und in tausend Spielarten zog der Satz immer wieder von vorne beginnend durch meinen Sinn:

»Eine Krähe flog zu einem Stein hin, der wie ein Stück Fett aussah, und dachte: vielleicht ist hier etwas Wohlschmeckendes. Da nun die Krähe dort nichts Wohlschmeckendes fand, flog sie fort. Wie die Krähe, die sich dem Stein genähert, so verlassen wir – wir, die Versucher, – den Aszeten Gotama, da wir den Gefallen an ihm verloren haben.«

Und das Bild von dem Stein, der aussah wie ein Stück Fett, wächst ins Ungeheuerliche in meinem Hirn:[1]

Ich schreite durch ein ausgetrocknetes Flußbett und hebe glatte Kiesel auf.

Graublaue mit eingesprengtem glitzerndem Staub, über die ich nachgrüble und nachgrüble und doch mit ihnen nichts anzufangen weiß, – dann schwarze mit schwefelgelben Flecken wie die steingewordenen Versuche eines Kindes, plumpe, gesprenkelte Molche nachzubilden.

Und ich will sie weit von mir werfen, diese Kiesel, doch immer fallen sie mir aus der Hand, und ich kann sie aus dem Bereich meiner Augen nicht bannen.

Alle jene Steine, die je in meinem Leben eine Rolle gespielt, tauchen auf rings um mich her.

Manche quälen sich schwerfällig ab, sich aus dem Sande ans Licht emporzuarbeiten – wie große schieferfarbene Taschenkrebse, wenn die Flut zurückkommt, – und als wollten sie alles daran setzen, meine Blicke auf sich zu lenken, um mir Dinge von unendlicher Wichtigkeit zu sagen.

Andere – erschöpft – fallen kraftlos zurück in ihre Löcher und geben es auf, je zu Worte zu kommen.

Zuweilen fahre ich empor aus dem Dämmer dieser halben Träume und sehe für einen Augenblick wiederum den Mondschein auf dem gebauschten Fußende meiner Decke liegen wie einen großen, hellen, flachen Stein, um blind von neuem hinter meinem schwindenden Bewußtsein herzutappen, ruhelos nach jenem Stein suchend, der mich quält – der irgendwo verborgen im Schutte meiner Erinnerung liegen muß und aussieht wie ein Stück Fett.[2]
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Eine Regenröhre muß einst neben ihm auf der Erde gemündet haben, male ich mir aus – stumpfwinklig abgebogen, die Ränder von Rost zerfressen, – und trotzig will ich mir im Geiste ein solches Bild erzwingen, um meine aufgescheuchten Gedanken zu belügen und in Schlaf zu lullen.

Es gelingt mir nicht.

Immer wieder und immer wieder mit alberner Beharrlichkeit behauptet eine eigensinnige Stimme in meinem Innern – unermüdlich wie ein Fensterladen, den der Wind in regelmäßigen Zwischenräumen an die Mauer schlagen läßt: es sei das ganz anders, das sei gar nicht der Stein, der wie Fett aussehe.

Und es ist von der Stimme nicht loszukommen.

Wenn ich hundertmal einwende, alles das sei doch ganz nebensächlich, so schweigt sie wohl eine kleine Weile, wacht aber dann unvermerkt wieder auf und beginnt hartnäckig von neuem: gut, gut, schon recht, es ist aber doch nicht der Stein, der wie ein Stück Fett aussieht. –

Langsam beginnt sich meiner ein unerträgliches Gefühl von Hilflosigkeit zu bemächtigen.

Wie es weiter gekommen ist, weiß ich nicht. Habe ich freiwillig jeden Widerstand aufgegeben, oder haben sie mich überwältigt und geknebelt, meine Gedanken?

Ich weiß nur, mein Körper liegt schlafend im Bett, und meine Sinne sind losgetrennt und nicht mehr an ihn gebunden. –

Wer ist jetzt »ich«, will ich plötzlich fragen, da besinne ich mich, daß ich doch kein Organ mehr besitze, mit dem[3] ich Fragen stellen könnte; dann fürchte ich, die dumme Stimme werde wieder aufwachen und von neuem das endlose Verhör über den Stein und das Fett beginnen.

Und so wende ich mich ab.

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Di 3. Jan 2017, 13:26
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Zitat:
Der Auftrag wurde dann dem deutsch-nationalen österreichischen Politiker Friedrich Wichtl übertragen, der in Folge mehrere Pamphlete über die freimaurerisch-jüdische Weltverschwörung verfasste[12] und damit zu einem der Wegbereiter der anti-freimaurerischen Hetzschriften des Generals Erich Ludendorff und des Antisemitismus der Nationalsozialisten sowie der Legende der freimaurerisch-jüdischen Weltverschwörung wurde.


Was das freimaurerische angeht halte ich das nicht nur für ne Legende. Die Hochgrad-Freimaurer haben so ziemlich überall ihre Finger drin und sie bestehen ja hauptsächlich aus Personen des öffentlichen Lebens, v.a. Politikern (aber auch Autoren ;-)). Aber gut, von wiki kann man nicht mehr erwarten. ;-)

Ansonsten, ja der Golem ist interessant. Frage mich in dem Zusammenhang inwiefern der Golem auch ne Auftragsarbeit gewesen sein könnte - von einen der vielen Logen, denen Meyrink angehörte. Soweit ich weiß wird ja kabbalistische Magie für die Erweckung des Golems benutzt, das kann er ja eigentlich nur von den Logen gehabt haben.? Der Golem erinnert mich immer ein wenig an den Homunkulus. :-D

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Do 13. Apr 2017, 13:12
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Scorpio Dennis hat geschrieben:
Soweit ich weiß wird ja kabbalistische Magie für die Erweckung des Golems benutzt, das kann er ja eigentlich nur von den Logen gehabt haben.? Der Golem erinnert mich immer ein wenig an den Homunkulus. :-D


Genau genommen ist ein Golem ein Wesen aus Lehm in dessem Inneren sich ein Talismann befindet in den der Name Gottes (in der Kaballa) eingraviert ist. Im Gegensatz zum Homunkulus ist er also eher eine Art belebte Puppe als ein wirkliches Lebewesen. Man könnte einen Homunkulus eher mit einem Klon und einen Golem eher mit einnem Roboter vergleichen.

Allerdings gibt es zum Golem auch verschiedene Ansätze zur Erschaffung eines Golems in modernen Medien, so wird in "Der unsterbliche Alchemist" Ein magisches Symbol verwendet um die Lehmhaufen zu erwecken, als dieses entfernt wird zerfällt der Zauber und der Golem wird zu einem dicken Lehmklecks.

In der Serie Sleepy Hollow entsteht ein Golem als sich starke Gefühle (Wut und Verzweiflung) in einer Puppe ansammeln die mit dem Versprechen gegeben wurde den Junge immer zu beschützen.

Ich entschuldige mich n der Stelle mal fürs klugscheißen :geek:


Fr 14. Apr 2017, 20:13
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Maitar hat geschrieben:
Im Gegensatz zum Homunkulus ist er also eher eine Art belebte Puppe als ein wirkliches Lebewesen. Man könnte einen Homunkulus eher mit einem Klon und einen Golem eher mit einnem Roboter vergleichen.


Hmm, Klon passt für mich nicht so. Weil dazu bräuchte man ja ne Vorlage, die ne exakte Kopie erzeugt, aber das fehlt beim Homunkulus. Man hat zwar die Zutaten, aber was dann genau daraus entsteht ist glaub ich so ein bißchen ungewiss und ein Vabanque-Spiel.


Zitat:
Ich entschuldige mich n der Stelle mal fürs klugscheißen :geek:


Keine Entschuldigung nötig. Als Klugscheißerei hab ich es auch nicht empfunden. ;-)

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Di 25. Apr 2017, 03:37
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Maitar hat geschrieben:
Scorpio Dennis hat geschrieben:


Soweit ich weiß wird ja kabbalistische Magie für die Erweckung des Golems benutzt, das kann er ja eigentlich nur von den Logen gehabt haben.?
...


Und wo haben es die Logen her?

Jetzt mal simplifiziert gedacht und geschrieben ...
... Wenn jemand 2 und 3 addiert und kommt auf das Ergebnis 5 ... , und der empirische und mathematische Befund beweißt, daß dieses Ergebnis stimmt - dann ist es nicht falsch, sich auf denjenigen zu berufen, der es bewiesen hat, daß 2+3 gleich 5 ist.

Noch besser ist es aber, selber zu rechnen um auf das richtige Ergebnis zu kommen.

Sachverhalte, die tatsächlich real sind, existieren unabhängig von Personen oder Personengruppen und jeder kann existierende Sachverhalte anhand eines Erkenntnisweges- bzw. Prozesses entdecken.
... Wobei natürlich in dieser Logik dann jede Personengruppe und Einzelperson auch wieder einen eigenen Sachverhalt darstellt - mit ganz bestimmten dazugehörigen Eigenschaften, Prozessen und Methoden.
Diese haben aber einen abgeleiteten individuell gruppen- /einzelbezogenen Charakter und können als eine Art Unterkategorie gesehen werden, im Bezug zum möglichen Erfahrungs- und Erkenntnisspielraum insgesamt.

Was somit durchaus möglich ist, das ist anhand der intern angewandten Methoden und bestimmten ausgeprägten Filtermechanismen zu unterscheiden, welche Personengruppe sich mit den (für alle Personengruppen gültigen) existierenden Sachverhalten beschäftigt und wie die jeweilige Personengruppe mit diesen Sachverhalten umgeht, bzw. auch Diese interpretiert und filtert.
Auf mein Bsp. von 2 + 3 = 5 würde das dann bedeuten ...
Was setzt eine bestimmte Personengruppe dann im "eigenen Universum" für die Zahl 2, die 3, für das Plus, für das "=" und für die 5 ein, um eine exlusive Gültigkeit nur innerhalb dieser Personengruppe zu erhalten um damit eine Abgrenzung zu anderen Gruppen zu erreichen und damit eine eigene (speziell abgeleitete) "Wahrheit" zu erzeugen.
... bzw. ist ja 2 + 3 = 5 schon eine speziell abgeleitete "Wahrheit".
Die immer gültige Universalformel dafür ist x + y = z oder a + b = c ... oder wie man das halt benennen will.
Und Jeder kann da etwas für xyz einsetzen um einen speziellen Sachverhalt darzustellen, auf den x + y = z zutrifft, wenn dieser spezielle Sachverhalt eben in der Entsprechung dieser Formel entspricht.
(Nachtrag eingefügt:
Wobei hier natürlich z nicht wählbar ist, sondern sich im betrachteten Sachverhalt, welcher durch die Formel abgebildet werden soll, aus den bekannten Werten von x und y ergibt.
Daraus ergibt sich aber auch, daß man theoretisch unendlich viele Sachverhalte finden kann, für die x + y = z zutrifft - wenn der Sachverhalt durch die Definitionsmenge aller Zahlenbereiche codiert ist - falls z.B. in dieser Formel nur z bekannt, bzw. vorgegeben ist.)
Es ist halt bloß ein bestimmter Formalismus, den man benutzen kann, um vielfältige Sachverhalte darstellen zu können, auf welche dieser Formalismus in der Realität zutrifft.

Maitar hat geschrieben:

Genau genommen ist ein Golem ein Wesen aus Lehm in dessem Inneren sich ein Talismann befindet in den der Name Gottes (in der Kaballa) eingraviert ist. Im Gegensatz zum Homunkulus ist er also eher eine Art belebte Puppe als ein wirkliches Lebewesen.
...
...
Ein magisches Symbol verwendet um die Lehmhaufen zu erwecken, als dieses entfernt wird zerfällt der Zauber und der Golem wird zu einem dicken Lehmklecks.

...



... Wenn man das Buch liest, stellt man fest, daß es darin eigentlich die wenigste Zeit um DEN Golem geht.
Die Rahmenhandlung ist, daß sich jemand buchstäblich einen "fremden Hut" aufgesetzt hat und dadurch ein "fremdes Leben" durchlebt ...

... Und denken wir doch mal an die "Schöpfungsgeschichte" aus der Bibel / AT.
Schuf "Gott" da nicht den Menschen aus Lehm und hauchte ihm dann Leben ein?

Der "Golem" wird in der Legende auch aus Lehm geschaffen und die "magischen Lettern" im Mund verleihen ihm den Atem, bzw. das Leben.
Dieser "Golem" ist ausdrücklich nicht dafür konzipiert, ein eigenes Leben zu führen und Erkenntnisse zu sammeln, sondern er soll nur die ihm übertragenen Arbeiten ausführen.

Ich glaube kaum, daß Meyrink diese Analogie entgangen sein dürfte - grade weils ja auch der Buchtitel ist.

Meyrink ist ja dann später Buddhist geworden ... - schon am Anfang des Buches läßt er ja kurz durchschauen, daß er sich da bereits mit dem Buddhismus beschäftigt hatte.

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Di 25. Apr 2017, 11:10
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